https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/warum-wir-wieder-pragmatischer-werden-sollten-18352700.html
Carsten Knop

Die Zukunft von Stadt und Land : Mehr Pragmatismus wagen

  • -Aktualisiert am

Die Frankfurter Skyline am späten Abend des 28. Septembers 2022. Bild: EPA

Müssen wir in allem immer skeptisch sein? Kann man nicht wieder Pragmatismus walten lassen? Dinge ausprobieren und dann verbessern? So wie es früher einmal war?

          1 Min.

          Die Zeiten, in denen in einer Stadt wie Frankfurt in Windeseile ein Straßenbahnnetz aufgebaut worden ist, sind lange vorbei. Auf einen U-Bahn-Anschluss können Menschen, die an der Europa-Allee leben und arbeiten, noch Jahre warten. Gut Ding will Weile haben heutzutage, wenn es um Fragen der Infrastruktur geht.

          Schuld daran ist aber nicht nur die Politik: Jüngst haben sich gerade einmal 14 Prozent der Kronberger für einen Glasfaseranschluss in ihrem Haus oder ihrer Wohnung ausgesprochen. So kommt das Land nicht voran – weder in der Verkehrsinfrastruktur, die die Volkswirtschaft durch ihre Qualität bis hierher stark und die Menschen wohlhabend gemacht hat, noch bei den Datenleitungen, die man braucht, um in der Zukunft den Anschluss nicht zu verlieren.

          Der Wille, neue Wege zu gehen

          Fatal wäre es zu glauben, dass sich um die Herausforderungen zuerst der Staat kümmern muss. Im Gegenteil ist der Einsatz aller gefragt, ob als Angestellter oder im eigenen Unternehmen, mutig das Neue anzugehen, auf Ideen zu kommen, mit denen sich Produkte weiterhin erfolgreich auf der ganzen Welt verkaufen lassen.

          Das Geschäft auf Gegenseitigkeit muss weiter so funktionieren, dass der Staat in Bildung und Infrastruktur den Rahmen dafür setzt, dass sich solche Ideen entwickeln können. Den Willen, neue Wege zu gehen, aber braucht jeder Einzelne. Nur dann fließen die Gewinne weiter so, dass sich der Staat um seine Aufgaben kümmern kann.

          Die dürfen gerade auch in den Kommunen nicht immer weiter ausufern. Aber da, wo die öffentliche Hand gefragt ist, sollte sie unbürokratisch und schnell vorankommen. Im Moment hapert es in Deutschland an beidem. Es wird Zeit für einen Weckruf, möglicherweise über die Glasfaserleitung: Müssen wir in allem immer skeptisch sein, kann man nicht wieder Pragmatismus walten lassen? Dinge ausprobieren und dann verbessern? Wie früher? So wie einst bei der Straßenbahn?

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Weitere Themen

          Ach, die Verschwörungstheorien

          Heute in Rhein-Main : Ach, die Verschwörungstheorien

          Den Probealarm hat nicht jeder mitbekommen. Abstruse Verschwörungstheorien alarmieren. Und im Main-Taunus-Zentrum hat es einen Knall getan. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Topmeldungen

          Wankt die islamische Republik? Eine Frau im traditionellen Tschador vor einem Wandbild in Teheran

          Proteste in Iran : Nach dem Straßenkampf die Streiks

          Die Ankündigung, die Sittenpolizei aufzulösen, ist wirkungslos verpufft. Es mehren sich die Zeichen, dass die Proteste einen Keil zwischen Mullahs und Revolutionswächter treiben könnten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.