https://www.faz.net/-gzg-a0jxg

Veranstalter in der Krise : Alarmstufe rot

Publikum erwünscht: Die Aktion am Montag wird mit einer Kundgebung vor der Jahrhunderthalle Frankfurt eingeläutet. Bild: Francois Klein

Der Begriff „Großveranstaltung“ wird derzeit diskutiert, als vergnügte sich das ganze Land nur auf Volksfesten. Einen ganzen Wirtschaftszweig am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, ist allerdings keine Lösung.

          1 Min.

          Im Krisenmodus denkt der Mensch nicht zuerst an sein Vergnügen und schon gar nicht an das der anderen. Das sei den Behörden zugestanden, die mit vielerlei Auflagen und nachfolgenden Lockerungen der Corona-Krise zu begegnen versuchen und es dabei zwangsläufig nicht allen recht machen können. Der Unterhaltung einfach abzuschwören und einen ganzen Wirtschaftszweig am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, ist allerdings keine Lösung, doch dürfte dies vielen Entscheidern noch gar nicht bewusst geworden sein.

          Dabei geht es nicht um einzelne Spielstätten, sondern um einen Wirtschaftssektor, in dem etwa eine Million Menschen direkt arbeiten und der jedes Jahr in Deutschland viele Milliarden Euro umsetzt. Trotzdem wird der Veranstaltungswirtschaft keine Perspektive aufgezeigt und werden keine Regelungen so fein justiert, dass sie als verlässliche Handreichung taugten.

          Stattdessen wird nur der Begriff „Großveranstaltung“ diskutiert, ganz so, als vergnügte sich das ganze Land nur auf Volksfesten, bei Stadionkonzerten und in Fußballarenen. Um auf ihre mittlerweile dramatische Lage mit einem weithin sichtbaren Zeichen hinzuweisen, sollen am Montagabend von 22 Uhr an in mehr als 250 Städten Spielstätten und öffentliche Gebäude mit rotem Licht illuminiert werden, um so anzuzeigen, dass für viele Veranstalter die Alarmstufe rot erreicht ist.

          Auch viele Spielstätten in der Rhein-Main-Region beteiligen sich an der Aktion, die ebenfalls am Montag um 11.55 Uhr mit einer Kundgebung vor der Jahrhunderthalle Frankfurt eingeläutet wird. Stellvertretend für die Branche werden Künstler wie Urban Priol oder die Ehrlich Brothers ihre Stimme erheben. Die Teilnahme des Publikums ist ausdrücklich erwünscht. Es sollte ihm ein Vergnügen sein.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Von Wölfen und Wolfskin

          Heute in Rhein-Main : Von Wölfen und Wolfskin

          Wölfe werden nicht gerne Hessen. Jack Wolfskin bleibt dafür mit neuer Führung im Bundesland. Die Grünen bekommen wegen Citybahn-Werbung Ärger. Und die Gastronomen sind ohnehin schon sauer. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Topmeldungen

          Krankenpfleger behandeln auf der Intensivstation der Uniklinik Aachen einen Covid-19 Patienten.

          Am Tag des Corona-Gipfels : RKI meldet Rekordzahl an Todesfällen

          Zum ersten Mal starben an einem Tag mehr als 400 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in Deutschland. Auch die Zahl der Neuinfektionen ist weiterhin ein Anlass zur Sorge. Heute wollen Bund und Länder sich auf neue Maßnahmen einigen.
          Infolge der Pandemie fahren die Züge der Deutschen Bahn oftmals nur mit wenigen Passagieren.

          5,6 Milliarden : Bahn fährt Rekordverlust ein

          Wegen Corona sitzen in den Zügen derzeit nur wenige Passagiere. Doch das Rekordminus kann die Bahn nicht ausschließlich mit der Pandemie begründen. Auf Hilfen muss der Konzern indes weiter warten.

          Mohammed-Karikaturen : Die verletzten Gefühle der Päpste

          Wenn es um Religionskritik geht, tun sich Teile der katholischen Kirche schwer mit der Meinungsfreiheit. Das belegen die Worte eines französischen Bischofs zu den Mohammed-Karikaturen – und frühere Aussagen von Päpsten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.