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Die Kommunalwahl & Ich : Der „Wasserhäusje-Lotse“ fordert öffentliche Toiletten

  • -Aktualisiert am

Wohnt am Dornbusch: Der 63 Jahre alte Hubert Gloss ist Fotograf, Künstler und führt als „Wasserhäusje-Lotse“ Gäste durch die Stadt. Bild: Sieber, Laila

Hubert Gloss führt als „Wasserhäusje-Lotse“ Gäste durch Frankfurt. Auf seinen Touren fällt ihm immer wieder auf, wie wenig Optionen es für saubere öffentliche Toiletten gibt. Aus der Serie „Die Kommunalwahl & ich“.

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          Am 14. März sind die Kommunalwahlen in Hessen. Bis dahin bekommen Wähler in der Serie „Die Kommunalwahl & ich“ die Chance, ihre Sicht auf die Wahlen zu schildern.

          Bis auf weiteres habe ich als Gästeführer quasi Berufsverbot und glaube nicht ernsthaft, dass es im Mai wieder richtig losgeht. Davon abgesehen muss sich die Stadt aber endlich eines Problems annehmen: Auf meinen Touren für die Frankfurter Stadtevents fällt mir immer wieder auf, wie wenig Optionen es für saubere öffentliche Toiletten gibt. Ist es wieder warm, sind jede Menge Frankfurter und auch ein paar von außerhalb uff de Gass unterwegs. Die haben dann nicht selten ein Bedürfnis. Frauen werden dabei ignoriert. Von Menschen im Rollstuhl mal ganz zu schweigen.

          Die Stadt hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht: Schon seit mehr als einem Jahrzehnt ist das Problem mit nicht vorhandenen öffentlichen Toiletten bekannt. Aber außer abwiegeln und endlos prüfen ist nichts geschehen. Und die Verantwortlichen dafür wollen jetzt wiedergewählt werden? Fremdschämen will auch ich mich nicht mehr müssen.

          Die städtische Tourismus- und Congress GmbH hat sich jedes Jahr in der Presse mit wachsenden Touristenzahlen gefeiert. Nicht nur bei mir entsteht der Eindruck, dass die Stadt gerne das Geld von den Gästen nimmt, aber nicht bereit ist, etwas für die sanitären Anlagen zurückzugeben.

          Außen hui, innen pfui

          Auch in der neuen Altstadt hatte man nicht daran gedacht. Es ist eine Schande, wie Frankfurt mit dem Thema umgeht. Außen hui, innen pfui, um es kurz zu formulieren. Über die Plattform Frankfurt-fragt-mich habe ich mein Anliegen geäußert, WCs an den Wasserhäuschen zu installieren, und damit viel Zustimmung bekommen. Das ist auch schon eineinhalb Jahre her. Abwiegeln, verschleppen und die Lösung anderen aufbürden, das ist die Strategie der Verantwortlichen, die für ihre Untätigkeit auch noch wiedergewählt werden wollen. So habe ich bei der Briefwahl meinen Wahlzettel entsprechend bearbeitet und nur jene gewählt, die wirklich was für ihr Geld leisten. Parteiübergreifend!

          Aufgezeichnet von Matthias Trautsch.

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