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Mehr Platz zum Bauen : Frankfurt braucht einen Hochhaus-Plan

Herausragend: Die Skyline ist Frankfurts modernes Wahrzeichen. Bild: Lando Hass

Das Parteienbündnis in Frankfurt zögert, was die Ausweisung neuer Hochhausstandorte angeht. Dabei sollte die Koalition den Rahmenplan nicht zu nachlässig angehen, sondern im Gegenteil in größeren Dimensionen denken.

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          Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hat erste Andeutungen gemacht, worauf sich Bauherren und Investoren beim neuen Hochhausrahmenplan einstellen können: Man werde bei der Ausweisung neuer Standorte eher zurückhaltend sein. Diese Tiefstapelei ist verständlich, denn der Rahmenplan zur Entwicklung der Skyline muss mit der neuen Koalition noch abgestimmt werden. Das neue Römer-Bündnis steht seinem Koalitionsvertrag zufolge neuen Hochhäusern skeptisch gegenüber. Wenn am Ende der Diskussion im neuen Rahmenplan doch noch ein paar zusätzliche Hochhausstandorte übrig bleiben, kann Josef das als Erfolg verkaufen.

          Die Koalition hat es mit ihrer Beratung über den Rahmenplan nicht eilig. Bisher hat sie sich noch gar nicht mit dem Papier beschäftigt, dessen Entwurf schon seit einigen Monaten fertig ist. In drei Untersuchungsgebieten am Danziger Platz, im Bankenviertel und am nördlichen Mainufer wurden von Fachleuten zehn bis zwanzig neue Standorte ausgedeutet und bewertet. Erst im Dezember werden diese Vorschläge dem Römer-Bündnis unterbreitet.

          Ein Blick in die Glaskugel

          Weil Josef ahnt, dass ihm der Entwurf wohl gehörig zurechtgestutzt wird, geht er schon einmal in die Defensive. Er argumentiert damit, dass die für die nächsten Jahre prognostizierte Nachfrage nach Büroflächen durch noch nicht gebaute Reserven gedeckt wird.

          Aber das ist ein Blick in die Glaskugel: Niemand weiß, wie sich die Nachfrage tatsächlich entwickeln wird. Außerdem blendet diese immobilienwirtschaftliche Argumentation aus, dass der Hochhausrahmenplan eine städtebauliche Mission hat: Es geht um die räumliche Entwicklung der Skyline und damit um das Stadtbild von Frankfurt.

          Die Koalition sollte darum nicht zu klein denken. Der Rahmenplan schreibt die Entwicklung der Skyline für die nächsten Jahrzehnte vor, nicht für diese Wahlperiode. Die Rahmenpläne in der Vergangenheit enthielten Angebote für den Hochhausbau, die nach und nach wahrgenommen wurden und die die Skyline zu dem gemacht haben, was sie heute ist: das Markenzeichen Frankfurts.

          Die Koalition hat eine Verantwortung für die Stadtentwicklung, die über fünf Jahre hinausweist. Sie sollte beim Thema Bauen keine Blockadehaltung einnehmen. Bisher steht sie unter diesem Verdacht. Andererseits hat sie beim Entwicklungskonzept für Rechenzentren und bei der Gestaltung der Hauptwache mächtig aufs Tempo gedrückt. In diesem Geiste sollte sie voranschreiten.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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