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Fesselndes Dokument: Sieben Jahrzehnte lag das Manuskript in der Schublade, bis es 2017 in Amerika und jetzt in Deutschland als Buch erscheinen konnte Bild: Buchcover: Spurensuche 1945 (Walter Jessel)

Buch über NS-Widerstand : Kaum einer war ein Held

  • -Aktualisiert am

Ein früherer Schüler der Musterschule, Walter Jessel, hat nach dem Krieg seine Klassenkameraden gefragt, warum sie sich nicht gegen die Nazis stellten. Sein Buch ist ein fesselndes Dokument.

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          Warum habt ihr da mitgemacht? Weshalb habt ihr euch nicht gegen die Nazis gewehrt? Diese Fragen haben viele aus der Generation der Nachkriegsdeutschen, besonders die protestierenden Achtundsechziger, ihren Eltern und Großeltern gestellt. Walter Jessel, ein jüdischer Emigrant, der im Herbst 1945 als Nachrichtenoffizier der amerikanischen Armee für einige Monate in seine Heimatstadt Frankfurt zurückkehrte, hat sie damals an seine Schulkameraden gerichtet, die mit ihm 1931 an der Musterschule Abitur gemacht hatten.

          20 junge Männer waren in der Klasse gewesen, darunter acht jüdische, die wie er rechtzeitig hatten fliehen können. Wessel interessierte sich aber mehr für die anderen zwölf, die „arischen“ Abiturienten, die in Nazi-Deutschland geblieben und von denen die meisten in den Krieg gezogen waren. Es gelang ihm, sechs von ihnen persönlich zu treffen. Von jenen fünf, die im Krieg gefallen oder vermisst waren, konnte er immerhin durch Berichte von Angehörigen oder Freunden erfahren, wie ihr Lebensweg während der Nazi-Zeit verlaufen war. Lediglich einer der damaligen Abiturienten war nicht mehr aufzufinden.

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