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Vor Wahl des CDU-Vorsitzenden : Merz gewinnt Mitgliederbefragung in Frankfurt

In der Frankfurter CDU offenbar beliebt: Friedrich Merz Bild: AFP

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich für Armin Laschet als neuen CDU-Vorsitzenden stark gemacht. Frankfurter Parteimitglieder lässt das in einer internen Befragung kalt.

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          Es ist nur ein Stimmungsbild, aber eines, das zwei Tage vor der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden am Samstag den Frankfurter Delegierten eine Handreichung sein könnte: In einer internen Mitgliederbefragung der CDU in Frankfurt hat sich eine deutliche Mehrheit für Friedrich Merz als künftigen Parteichef ausgesprochen, wie die F.A.Z. erfuhr. 149 von 250 abgegeben Stimmen entfielen auf den früheren Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, das ist ein Anteil von knapp 60 Prozent.

          Martin Benninghoff

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auf den zweiten Platz schaffte es mit 63 Stimmen Norbert Röttgen, der Vorsitzende im Auswärtigen Ausschuss in Berlin (25,2 Prozent). Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Favorit von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, Armin Laschet, kam bei einem Anteil von 15,2 Prozent auf nur 38 Stimmen.

          Das Ergebnis ist nur eine Momentaufnahme und selbstverständlich nicht repräsentativ. Die Mitglieder der Partei hatten sich am Montagabend in einer Online-Debattenrunde über die Kandidaten ausgetauscht, dabei gab es Dutzende Wortmeldungen, unter anderem auch des langjährigen Bundestagsabgeordneten Heinz Riesenhuber, der sich für Merz stark machte, und der Frankfurter Abgeordneten in Berlin, Bettina Wiesmann, die sich für Laschet einsetzte. Laschet, Merz und Röttgen waren persönlich zugeschaltet und durften abermals für sich werben.

          Nach Beobachtungen einiger Teilnehmer hatte sich schon am Abend in den Wortmeldungen eine leichte Tendenz für Merz abgezeichnet, aber die anonyme Befragung danach zeichnet nun ein deutlicheres Bild. Das Ergebnis ist nicht bindend und hat formal keinerlei Wirkung. Möglich ist nur, dass sich Delegierte umstimmen lassen - oder aber noch nach dem letzten Argument für ihre Entscheidung suchen. Insgesamt stimmen 1001 Delegierte über den neuen CDU-Vorsitzenden ab.

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