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Fausts Gretchen : Enthauptung an der Hauptwache

Kerkerszene: Gretchen, bedrängt von Faust und Mephisto, in einer Kreidelithographie von Eugène Delacroix. Bild: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum

Vor 250 Jahren wurde Susanna Margaretha Brandt als „Kindsmörderin“ hingerichtet. Die Frankfurter Dienstmagd gilt als wichtige Inspiration für die Figur des Gretchens aus dem Faust.

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          Ihre Lage ist verzweifelt, ihre Sinne sind verwirrt, aber ihr Entschluss ist klar. „Ge­richt Gottes! Dir hab ich mich übergeben“, ruft Gretchen in der Kerkerszene von Faust I. Da können Mephisto, der mit aufgerissenen Augen in der Tür des Verlieses steht, und Faust, der seine Hand an die Taille der zum Tode Verurteilten ge­legt hat, noch so drängen. Margarete sieht der bevorstehenden Hinrichtung gefasst entgegen, sie erkennt darin die Erlösung von dem, was ihr auf Erden angetan wurde und wessen sie sich selbst schuldig gemacht hat.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Die Kreidelithographie der Kerker­szene ist ebenso künstlerisch überhöht wie der Text, auf den sie Bezug nimmt. Die dahinter stehende Person ist jedoch real: Susanna Margarethe Brandt gilt als eine, vielleicht als die wichtigste Inspiration für die Figur des Gretchens in Goethes Drama. Am 14. Januar 1772, vor 250 Jahren, wurde sie an der Hauptwache hingerichtet.

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