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Viele Positiv-Tests an Schulen : Unterricht trotz steigender Corona-Zahlen

Alltag trotz Corona: Kinder und eine Lehrerin der Holzhausenschule Bild: Lucas Bäuml

An den Schulen gibt es immer mehr positive Corona-Tests. Die Verläufe sind meist mild, beispielsweise in Frankfurt sollen die Schulen bislang offen bleiben.

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          Am Dienstagmorgen weiß die Leiterin der Holzhausenschule noch nicht, wie viele der zwölf positiven Schnelltests vom Montag im PCR-Test ebenfalls positiv sein werden. „Und eben habe ich schon wieder vier Kinder abholen lassen“, sagt Josefa-Maria Hybner-Kauß. Auf deren Teststreifen sind am Dienstagmorgen zwei Striche erschienen – Alltag in einer Frankfurter Grundschule nach den Weihnachtsferien.

          Florentine Fritzen
          Korrespondentin im Hochtaunuskreis

          An die Schule im Westend gehen insgesamt 470 Kinder, und Hybner-Kauß hat den Eindruck, dass der Verlauf bei denen, die sich mit Corona angesteckt haben, relativ schwach ist. „Kein Kind musste ins Krankenhaus.“ Aber wenn die Schulleiterin einen Vorschlag an die Politik machen dürfte, dann wäre es dieser: Wenn sich in einer Klasse die Fälle häufen, dann würde sie diese Klasse gern in den Distanzunterricht schicken dürfen. So wie die bilinguale deutsch-italienische Klasse, in der gerade acht von 25 fehlen. Darüber entscheide aber allein das Gesundheitsamt.

          Grundsätzlich ist Hybner-Kauß jedoch sehr für den Präsenzunterricht, trotz der Zahlen, die seit nach den Weihnachtsferien auch an ihrer Schule immens steigen. Auch zwei Lehrer sind derzeit PCR-bestätigt infiziert. „Die Kinder sind glücklich, in die Schule gehen zu dürfen, und auch ich freue mich über jeden Tag, den die Schulen offen sind.“ Aber der Gedanke, dass die Zahlen weiter in demselben Tempo steigen könnten, bereite ihr Sorge.

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          Erschöpft und genervt

          Die Leiterin der Schillerschule in Sachsenhausen formuliert es andersherum: Die Entwicklung habe zwar ordentlich Fahrt aufgenommen, sagt Claudia Wolff, „aber ich hoffe, dass sich die Situation bald beruhigt“. Derzeit sind rund 90 der mehr als 1250 Gymnasiasten positiv getestet, wobei nicht bei allen schon der PCR-Test vorliegt. Seit Weihnachten waren es 200 Corona-Infektionen. Sieben Lehrer sind derzeit PCR-bestätigt positiv, 33 Kinder und Jugendliche in Quarantäne.

          Wolff berichtet, alle an der Schule seien erschöpft und genervt von Tests und Abfragen, Eltern wie Kollegium hätten Galgenhumor entwickelt. Aber sie ist voll des Lobes für die Kinder und Jugendlichen, die „alle neuen, alten, modifizierten, wieder geänderten Regeln“ gut annähmen. Die Eltern bereiteten die Tests für die Klassen vor und testeten so vorbildlich zu Hause, dass nur wenige Tests in der Schule noch positiv seien – am Dienstagmorgen waren es drei. Derzeit werden alle, auch die Geimpften, an der Schule täglich getestet.

          Unterricht weiterentwickeln

          Die Schulleiterin beschäftigt, wie sie Ersatz schaffen kann für alles, was jetzt schon wieder ausfällt – nach dem Motto: Sommerfahrt statt Skifahrt. Wichtig ist ihr auch, die Schulentwicklung nicht stagnieren zu lassen. „Es muss auch noch etwas anderes geben als das Ausfüllen von Excel-Blättern.“

          Das sieht Gerrit Ulmke ähnlich. Auch der Leiter der Helmholtzschule im Ostend und kommissarische Leiter der Schule am Ried in Bergen-Enkheim managt diese Woche das tägliche Testen aller Schüler. „Die Schulen sind zu den größten Testzentren des Landes geworden.“ Nirgends sonst würden in kürzerer Zeit mehr Schnelltests gemacht. Trotz der aufwendigen Dokumentation und Kommunikation rund um die Tests will Ulmke „mehr denn je“ pädagogisch arbeiten, den Unterricht weiterentwickeln. Helfen sollen Schulkrankenschwester, Schulseelsorgerin und Schulsozialpädagogin.

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          Vorsorglich aus medizinischen Gründen blieben nur wenige Schüler zu Hause. Sie und alle, die krank oder in Quarantäne seien, bekämen Arbeitsblätter von Lernpartnern und, online, vom Lehrer. Das Infektionsgeschehen an der Helmholtzschule entspricht in Ulmkes Worten den Zahlen, „die auch für die Stadt Frankfurt angenommen werden“. Das Gesundheitsamt kann indes am Dienstag wegen der technischen Probleme mit der Software des Robert-Koch-Instituts auch für die Schulen keine tagesaktuellen Zahlen nennen.

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