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Verkehr : Trucker ziehen Ticket an der Tankstelle

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"Diesel für Trucks ein Pfennig billiger" steht - noch immer - auf dem Schild an der stadtauswärts gelegenen Esso-Tankstelle an der Wiesbadener Straße. Doch nicht nur die Währung hat sich längst geändert.

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          "Diesel für Trucks ein Pfennig billiger" steht - noch immer - auf dem Schild an der stadtauswärts gelegenen Esso-Tankstelle an der Wiesbadener Straße. Doch nicht nur die Währung hat sich längst geändert. Seit einer Woche bieten Tankstellen auch in Frankfurt für Lastwagenfahrer neben den üblichen Rabatten einen ganz neuen Service: An Mautterminals kann dort die Autobahngebühr von all jenen, deren Lastwagen noch nicht über fest installierte On-Board-Units (OBU) verfügen, abgebucht werden. Gerade ausländische Fahrer nutzen diese Möglichkeit.

          "Heut morgen war hier die Hölle los", sagt Klaus Sido, Generalunternehmer der beiden gegenüberliegenden Esso-Tankstellen an der Wiesbadener Straße: "In der Einfahrt zu unserer Tankstelle stadteinwärts standen zuweilen bis zu vier Lastwagen. Da kamen normale Autos gar nicht vorbei. Wir mußten die Lastwagen durchwinken, damit unsere anderen Kunden zu uns kommen konnten." In den ersten Tagen mit der Maut hat Sido beobachtet, daß besonders am Morgen bis etwa 11 Uhr und abends nach 19 Uhr die Terminals an den Tankstellen stark beansprucht werden. "Morgens beginnen die Fahrer ihre Tour; abends lösen sie ihr Ticket zum nächsten Rastplatz, um dort zu schlafen."

          Peter Hengstermann, Vorsitzender des Tankstellenverbandes Südwest, betrachtet die Lage gelassen. "In den vergangenen Tagen ist es bei den Tankstellen ruhig gewesen." Und er fügt hinzu: "Obwohl wir uns gedanklich schon auf einen Ansturm auf die Terminals vorbereitet hatten, da man nicht davon ausgehen konnte, daß die OBUs funktionieren." Doch die erwarteten Pannen zur Einführung sind ausgeblieben. Zudem ist auch eine Einwahl über das Internet möglich. "Wenn man sich am Terminal einwählt, muß man allerdings die Fahrtroute kennen, sonst wird es schwierig", sagt Hengstermann. Alles in allem freue es ihn, daß es so gut laufe.

          Die Mautterminals erklären sich auf vier verschiedenen Sprachen - Deutsch, Englisch, Französisch und Polnisch - weitgehend selbst. Zuerst muß der Fahrer das Herkunftsland und das Fahrzeugkennzeichen angeben. Dann wird er nach Schadstoffklasse und Anzahl der Achsen gefragt. Damit wird der Preis je Kilometer festgestellt, der zwischen neun und 14 Cent liegt. Nun muß man noch die Auf- und Abfahrt angeben. Die Route wird daraufhin automatisch berechnet. Will der Fahrer von dieser Strecke abweichen, kann er verschiedene Zwischenstopps angeben. Schließlich wird die Rechnung ausgestellt, die im Idealfall mit Scheckkarte, Kreditkarte oder in bar beglichen werden kann.

          "Unser Terminal hat bis jetzt noch keine Karten akzeptiert. Die Fahrer mußten alles bar bezahlen", sagt Veit Buchner von der Shell-Tankstelle an der Hanauer Landstraße stadtauswärts. Die Barzahlung ist für die Fahrer umständlich, da die Route zwar über das Terminal gebucht, dann aber an der Kasse der Tankstelle abgerechnet wird. Der Kassierer muß dabei den eingenommenen Betrag elektronisch bei Toll Collect melden. "Das kostet Zeit", sagt Buchner. Glücklicherweise sei seine Tankstelle groß genug, daß die Lastwagen dort abgestellt werden könnten, ohne den Betrieb zu stören. Buchner steht den Fahrern außerdem für Fragen aller Art zur Verfügung. "Die vier Sprachen, auf denen man sich einwählen kann, reichen leider nicht aus. Wer zum Beispiel aus Portugal kommt, hat echte Schwierigkeiten."

          Die Tankstellen bekommen für das Aufstellen der Terminals 120 Euro Pacht. "Insgesamt hatten wir uns von den Einwahlstationen wegen des Services mehr Einnahmen erhofft", sagt Klaus Sido. "Aber der Mehraufwand an Beratung gleicht das wieder aus." (zand.)

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