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Verkehr : „Personal erklärt den Leuten den Weg“

Umsteigen dauert künftig fünf bis zehn Minuten länger Bild: F.A.Z. - Michael Kretzer

Reisende am Frankfurter Hauptbahnhof müssen über Wochen mit Behinderungen rechnen. Zugänge und Rolltreppen werden wegen Umbauarbeiten gesperrt.

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          Mit erheblich längeren Umsteigezeiten müssen Reisende am Frankfurter Hauptbahnhof rechnen. Die Bahn erneuert die Wandverkleidungen in Treppenhäusern und an Rolltreppen. Über Wochen hinweg werden deshalb Zugänge zwischen der unterirdischen S-Bahn und den Fernzuggleisen gesperrt.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In einem ersten Bauabschnitt, der bis Ende April dauern soll, werden die Rolltreppen und Treppen zu den S-Bahnsteigen 103 und 104 gesperrt - das betrifft nahezu alle S-Bahn-Linien stadtauswärts. Eine Umleitung wird nach Angaben der Bahn ausgeschildert. Man muß zunächst in das unterirdische Einkaufszentrum des Bahnhofs auf der sogenannten B-Ebene.

          Von dort aus gibt es eigene Rolltreppen zur S-Bahn, die nicht gesperrt werden. Allerdings wird auch die Rolltreppe von der Haupthalle des Bahnhofs zur B-Ebene gesperrt; man muß daher beispielsweise die Treppen von der Stadt aus zur B-Ebene verwenden. „In den ersten zwei Tagen werden wir zusätzliches Personal einsetzen, das den Leuten den Weg erklärt“, kündigte Projektleiter Bernd Moritz gestern an. Man benötige fünf bis zehn Minuten länger zum Umsteigen, in Stoßzeiten möglicherweise mehr.

          Engpässe

          Von Montag an gibt es dann weitere Sperrungen. Dann wird auch einer der beiden Abgänge von der Bahnsteighalle hinunter zur Zwischenebene über den S-Bahn-Gleisen geschlossen. In den Stoßzeiten könnte es dann auf dem anderen Abgang zu Engpässen kommen. Auch diese Sperrung soll vier Wochen dauern, wie die Bahn mitteilt. Von Ende April bis Ende Mai wird den Plänen zufolge die andere Hälfte der Treppenhäuser gesperrt und erneuert. Dann sind vor allem die S-Bahn-Gleise 101 und 102 betroffen, auf denen die S-Bahnen Richtung Frankfurt-Innenstadt ankommen und abfahren.

          Das Projekt soll rund 400.000 Euro kosten. Bei der Bahn hieß es, man könne die Arbeiten nicht nachts außerhalb des Zugbetriebs erledigen, weil die Treppenhäuser eingerüstet werden müßten und allein das zwei bis drei Tage in Anspruch nehme. Die Wandverkleidungen waren zum Teil bereits abgerissen worden, als die störanfälligen alten Rolltreppen durch neue ersetzt worden waren.

          Baustellencharakter

          Seither hatten die Treppenhäuser Baustellencharakter, einige Fahrgäste fühlten sich durch den nackten Beton sogar an Bunker erinnert. Jetzt sollen die Gänge neue Lampen erhalten, wie sie auch am Pariser Flughafen eingesetzt werden, und mit vergleichsweise teurem schwarzen polierten Granit verkleidet werden. Er habe den Vorteil, daß man Graffiti leicht entfernen könne, so die Bahn.

          Parallel zu den Treppenhäusern erneuert die Bahn auch sechs Aufzüge. Die Betongehäuse werden durch Glas ersetzt; das soll schöner wirken und die Sicherheit erhöhen. Bei den Aufzügen zwischen U-Bahn und S-Bahn hatte es lange Streit um die Finanzierung gegeben.

          Die Deutsche Bahn AG hat sich zum Ziel gesetzt, bis zur Fußball-Weltmeisterschaft den Hauptbahnhof, in den täglich 350.000 Menschen kommen, auf Vordermann zu bringen. Das scheint die Zurverfügungstellung von Mitteln etwas beschleunigt zu haben. Bis zur Weltmeisterschaft soll auch das Äußere des Bahnhofs verschönert werden. Beim Nordflügel des Empfangsgebäudes von 1884, das derzeit eingerüstet ist, wird die Sandsteinfassade gereinigt und saniert. Dieses Projekt kostet der Bahn zufolge rund 90.000 Euro.

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