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Verkehr : A 661 soll erweitert werden

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Die Autobahn 661 soll vom nächsten Jahr an auf einem gut drei Kilometer langen Teilstück im Frankfurter Osten auf sechs Fahrspuren verbreitert werden. Das hessische Verkehrsministerium bestätigte auf Anfrage, daß die Vorbereitungen für den Ausbau laufen.

          Die Autobahn 661 soll vom nächsten Jahr an auf einem gut drei Kilometer langen Teilstück im Frankfurter Osten auf sechs Fahrspuren verbreitert werden. Das hessische Verkehrsministerium bestätigte auf Anfrage, daß die Vorbereitungen für den Ausbau laufen. Mit dem Bau soll begonnen werden, sobald Baurecht für den Riederwaldtunnel geschaffen ist. Mit der Planfeststellung rechnen Verkehrsplaner für das nächste Jahr. Über den Riederwaldtunnel wird der östliche Teil der A 66 an die A 661 angebunden. Um den erwarteten Zuwachs an Verkehr aufnehmen zu können, muß nach Prognosen der Planer auch die A 661 verbreitert werden. Laut Gesamtverkehrsplan ist auf diesem Abschnitt mit 114 000 Fahrten am Tag zu rechnen.

          Die Kosten für den Ausbau des Streckenabschnitts, die der Bund trägt, werden auf rund 30 Millionen Euro geschätzt. Die Verbreiterung ist im sogenannten Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen von 2004 aufgenommen, der als Gesetz beschlossen worden ist. Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, muß das Bundesverkehrsministerium allerdings die entsprechenden Mittel bereitstellen. Das Ministerium war am Donnerstag auf Anfrage nicht in der Lage, sich zu der Frage zu äußern, ob und, wenn ja, wann mit einer Freigabe der Mittel zu rechnen ist. Welche Priorität der Ausbau in Berlin hat, dürfte auch vom Ausgang der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD abhängen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die Frage, wie die Gerichte mit den zu erwartenden Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluß für den Riederwaldtunnel umgehen. Diese könnten aufschiebende Wirkung haben und damit auch den Ausbau der A 661 hinauszögern. Der Bau des Riederwaldtunnel wird schon seit mehr als 20 Jahren betrieben.

          Die A 661 ist auf dem Abschnitt zwischen Bad Homburger Kreuz und Kaiserlei bisher weitgehend vierspurig. Nur der Abschnitt zwischen Bad Homburger Kreuz und der Anschlußstelle Nieder-Eschbach ist schon sechsspurig ausgebaut. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch der Abschnitt zwischen den Anschlußstellen Nieder-Eschbach und Eckenheim verbreitert werden. Nach Angaben des Ministeriums in Wiesbaden wird derzeit an einer Verkehrsuntersuchung gearbeitet, nach der die Details der Planungen festgelegt werden. Die Kosten für die Erweiterung dieses Abschnitts werden auf 21,8 Millionen Euro geschätzt. Im Abschnitt zwischen den Anschlußstellen Eckenheim und Friedberger Landstraße ist eine Erweiterung bisher nicht vorgesehen.

          Nach Angaben des Ministeriums besteht schon Baurecht für die Verbreiterung des Abschnitts um das geplante Autobahndreieck Erlenbruch. Der Planfeststellungsbeschluß für den 1995 abgeschlossenen Bau gelte auch für die Erweiterung. Wie an den extrem schmalen Fahrspuren, an der Fahrbahnabtrennung durch Betonelemente und am fehlenden Standstreifen zu erkennen, wurde damals nur der "halbe Querschnitt" gebaut, wie es in der Sprache der Planer heißt. Beim Ausbau wird die Breite der Autobahn verdoppelt, und zwar westlich der heutigen Trasse. Diese wird dann so umgebaut, daß drei Fahrstreifen plus Standspur in Richtung des Bad Homburger Kreuzes zur Verfügung stehen. Für die Verbreiterung muß eine weitere Brücke über das Seckbacher Tal errichtet werden.

          Für die Bewohner von Bornheim würde der Autobahnausbau voraussichtlich sogar eine Entlastung von Verkehrslärm bedeuten. Denn bisher wird nur Seckbach durch eine Lärmschutzwand geschützt. Da das Pendant auf der anderen Seite bisher fehlt, wirkt die Wand wie ein Reflektor in Richtung Bornheim. Nach Ansicht von Baudezernent Franz Zimmermann (FDP) könnte der sechsspurige Ausbau der A 661 auch eine Wiedereröffnung der im Juli gesperrten Anschlußstelle Kalbach-Bonames ermöglichen. Zimmermann verwies auf ein Gespräch im Bundesverkehrsministerium in der vorigen Woche. Das Ministerium fordert auch keinen Rückbau der Anschlußstelle mehr. Vielmehr wolle es das Ergebnis der Verkehrsuntersuchung abwarten. (ale.)

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