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In Frankfurt angeklagt : Verfahren gegen mutmaßliches Al-Shabaab-Mitglied

  • Aktualisiert am

Leitsatz: Schrifttafel am Oberlandesgericht Frankfurt Bild: dpa

Ein mutmaßliches Mitglied der Islamisten-Miliz Al-Shabaab muss sich vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten. Wegen diverser Taten hat sich der Mann sich bezichtigt, später die Aussagen aber widerrufen.

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          Ein mutmaßliches Mitglied der islamistischen Miliz Al-Shabaab muss sich im Oktober wegen versuchten Mordes und der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten. Das Gericht habe die Anklage gegen den 21 oder 23 Jahre alten Mann aus Somalia zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet, teilte eine Sprecherin mit.

          Der Mann soll von Mai bis September 2012 Mitglied der radikalislamischen Miliz gewesen sein, die in dem Krisenstaat am Horn von Afrika einen islamischen Gottesstaat errichten will und in den vergangenen Jahren auch Anschläge in Uganda und Kenia verübt hatte. In dieser Zeit soll der damals 15 oder 17 Jahre alte Angeklagte Beihilfe zu einem Mord geleistet haben.

          Widersprüchliche Aussagen

          Im Juli 2012 soll er im Auftrag der Miliz versucht haben, in einem Café einen Menschen zu töten, scheiterte dabei jedoch und wurde deshalb von Al-Shabaab festgesetzt. Es gelang ihm jedoch, aus der Gefangenschaft zu entkommen und nach Europa zu fliehen.

          Vor Mitarbeitern des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge bezichtigte sich der Mann selbst dieser Taten, widerrief dies später aber wieder. Obwohl er während der ihm vorgeworfenen Taten Jugendlicher war, ist der Prozessbeginn am 23. Oktober zunächst in öffentlicher Verhandlung. Allerdings könne während des Prozesses die Öffentlichkeit eventuell ausgeschlossen werden, wenn Themen zur Sprache kommen, die das besondere Schutzbedürfnis Jugendlicher berührten, sagte die Sprecherin.

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