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Nach Schießerei in Darmstadt : Verdächtiger erhängt sich in Frankfurter Gefängnis

  • -Aktualisiert am

Tatort: Unser Bild zeigt das Wohngebiet in Darmstadt-Kranichstein nach der Schießerei im Mai; einer der Verdächtigen hat sich nun in der U-Haft erhängt Bild: dpa

Ein Mann, der mutmaßlich an einer Schießerei in Darmstadt im Mai beteiligt war, hat sich in der U-Haft in Frankfurt offenbar erhängt. Nun werde ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet, so die Staatsanwaltschaft.

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          Ein 32 Jahre alter Mann, der im Mai als mutmaßlicher Tatbeteiligter einer Schießerei in Darmstadt in Untersuchungshaft genommen worden war, hat sich in einem Frankfurter Gefängnis offenbar das Leben genommen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Montag auf Nachfrage.

          Der Mann soll im Frühsommer zusammen mit seinem Vater, zwei Brüdern und einer Schwester auf drei Mitglieder einer verwandten Familie losgegangen und diese schwer verletzt haben. Der Vater soll dabei auf zwei Opfer geschossen haben, seine Söhne und die Schwester hätten laut Polizeiangaben geschlagen und zugetreten. Hintergrund der Auseinandersetzung im Stadtteil Kranichstein sei laut Polizei ein Sorgerechtsstreit zwischen der Frau und einem der Opfer gewesen. Die Tatverdächtigen sitzen seitdem in Haft. Dort soll sich der Zweiunddreißigjährige am Wochenende erhängt haben.

          Schwelender Familienstreit

          Nun werde ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des Mannes, Marco Spänle, sagte, es seien keine Anzeichen erkennbar gewesen, dass sich sein Mandant selbst töten wolle. „Der Fall ist besonders tragisch, da wir fest von seiner Unschuld überzeugt waren.“ Dieser Fall sei einer der wenigen in seinem bisherigen Berufsleben gewesen, bei dem er so sicher gewesen ist.

          Der Auseinandersetzung in Darmstadt war ein offenbar seit Jahren schwelender Familienstreit vorausgegangen.


          Hilfe bei Suizidgedanken

          Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können.

          Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

          Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.
          Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis.

          Ebenfalls von der Telefonseelsorge kommt das Angebot eines Hilfe-Chats. Die Anmeldung erfolgt auf der Webseite der Telefonseelsorge. Den Chatraum kann man auch ohne vereinbarten Termin betreten, mit etwas Glück ist ein Berater frei. In jedem Fall klappt es mit einem gebuchten Termin.

          Das dritte Angebot der Telefonseelsorge ist die Möglichkeit der E-Mail-Beratung. Auf der Seite der Telefonseelsorge melden Sie sich an und können Ihre Nachrichten schreiben und Antworten der Berater lesen. So taucht der E-Mail-Verkehr nicht in Ihren normalen Postfächern auf.

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