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„Urban Farming“ : Kohlrabi Enrico trifft Aubergine Zora

  • -Aktualisiert am

Erdverbundenes Studium: Chiara Ferrandina, Chris Kircher und Caroline Gruler (von links)vsind konzentriert bei der Arbeit. Bild: Lakuntza, Nerea

Studenten der Goethe-Universität Frankfurt gärtnern unter Anleitung. Das Projekt „Urban Farming“ soll bundesweit Schule machen. In der Pandemie ist der Garten zum Rückzugsort geworden.

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          Die ersten Radieschen sind in den Hügelbeeten schon geerntet. Der Eichblattsalat sprießt, auch der Spinat entwickelt sich gut. Heute warten Tomaten-, Gurken- und Auberginen-Setzlingen darauf, in den Boden zu kommen. Der noch junge Garten auf dem Campus Westend der Goethe-Universität hat in diesem ungewöhnlich kühlen Frühjahr die Eisheiligen heil überstanden. Die Sommerkulturen dürften jetzt keine Nachtfröste mehr erleben, glaubt Juliane Ranck, Mitbegründerin der GemüseheldInnen.

          Die Initiative bewirtschaftet in der „Grünen Lunge“ nördlich des Günthersburgparks mehr als ein Dutzend Gärten gemeinschaftlich. Jetzt wurde die Uni erfolgreich für das „Urban Farming“ angeworben. Den GemüseheldInnen haben dabei engagierte Studenten und der AStA geholfen, die ähnliche Ideen hatten. „Wir haben uns eineinhalb Jahre mit der Bürokratie herumgeschlagen“, sagt der Geographie-Student Emil Unkrig.

          Denn das eigentliche Ziel, den Garten auf dem Hauptcampus anzulegen, scheiterte an den Bebauungsplänen. Der neue Uni-Präsident Enrico Schleiff, seit Jahresbeginn im Amt und selbst Biologe, machte dann jedoch ein anderes Areal ausfindig. Das liegt nun zwar etwas abseits, versteckt hinter Pappeln und Hecken an der lärmumtosten Kreuzung Miquelallee/Hansaallee. Dafür ist es aber eine Fläche mit 2000 Quadratmetern. Anfang März ließ die Uni die Wildnis zuerst einmal urbar machen. Den Studenten ist es in nur wenigen Wochen gelungen, mithilfe der vier „Animateurinnen“ von den GemüseheldInnen das Areal in eine ansehnliche „Permakultur-Insel“ umzuwandeln.

          Unterstützung durch den AStA

          Mehrmals in der Woche helfen nun 40 Studenten regelmäßig beim Gärtnern, das nach den Regeln der sogenannten Permakultur funktioniert. Diese setzt auf humusreiche Hügelbeete, die Komposterde kommt aufgearbeitet und kostenlos aus den Bio-Tonnen des Frankfurter Entsorgungsunternehmens FES. Der AStA will mit der Unterstützung des Projekts zeigen, dass Landwirtschaft angesichts von Klimakrise und Artenschwund auch anders funktionieren kann – und dass der Anbau von unbehandeltem Gemüse und Kräutern mitten in einer Stadt möglich ist. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt Moritz Schmitthenner vom Ökologie-Referat des Studierendenausschusses.

          Gartenglück: Zum Gärtnern gehören neben dem Gießen und guter Organisation auch verdiente Pausen mit eigener Ernte.
          Gartenglück: Zum Gärtnern gehören neben dem Gießen und guter Organisation auch verdiente Pausen mit eigener Ernte. : Bild: Lakuntza, Nerea

          Für die Bepflanzung setzt man auf einen ausgeklügelten Mix, was eine große Logistik verlangt. Dafür ist bei den GemüseheldInnen Ilka Wittig zuständig, die im ausgebauten Keller ihres Eigenheims in den vergangenen Monaten in einem ersten Schritt Tausende Setzlinge großgezogen hat. Die „Jungpflanzenmutti“, wie sie in der Initiative genannt wird, liefert dann fürs Einsetzen einen mithilfe von Excel-Tabellen ausgetüftelten Plan. Eine Zeichnung gibt für die Beete die Anweisungen bis ins kleinste Detail, jeder Zentimeter ist berechnet. Mit Spinat als Vorkultur wird dann in der Mitte 14 mal die Aubergine Zora als Hauptkultur eingepflanzt. Außerdem darf sich 48 mal Batavia-Salat breitmachen. Dazwischen werden Ringelblumen eingesät.

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