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Universitätsklinikum : Mehr als 200 Millionen Euro für Institut der Neurowissenschaft

Wird Sitz eines neurowissenschaftlichen Spitzeninstituts: das Frankfurter Uniklinikum Bild: Wolfgang Eilmes

Medizinische Spitzenforschung kommt nach Frankfurt. Das Ernst-Strüngmann-Institut soll exzellente Neurowissenschaftler in die Stadt locken. Seinen Sitz wird das Institut am Uniklinikum haben.

          2 Min.

          Mit mehr als 200 Millionen Euro Kapital wird ein privates Forschungsinstitut ausgestattet, das die Unternehmensgründer Andreas und Thomas Strüngmann gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft ins Leben rufen wollen. Das Ernst-Strüngmann-Institut, benannt nach dem Vater der beiden Brüder, soll sich der kognitiven Neurowissenschaft widmen.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seinen Sitz wird es auf dem Gelände des Universitätsklinikums haben. Kommissarischer Leiter wird Wolf Singer, Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung. Singer, die Brüder Strüngmann und Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, stellten ihr Vorhaben am Donnerstag offiziell vor.

          Arbeit des Instituts wird höchsten Ansprüchen genügen

          Andreas und Thomas Strüngmann, Gründer des 2005 von Novartis übernommenen Pharmaunternehmens Hexal, sind nach eigenen Worten seit langer Zeit mit Singer bekannt. „Wir haben schon immer gerne etwas aufgebaut“, sagte Andreas Strüngmann zur Begründung des Engagements. Der Plan, ein neurowissenschaftliches Institut einzurichten, sei über mehrere Jahre gereift.

          Mit der Max-Planck-Gesellschaft haben die Brüder nun einen Kooperationsvertrag geschlossen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Arbeit des Instituts höchsten Ansprüchen genügt, wie Gruss erläuterte. Er wünsche sich, dass die neue Einrichtung mit anderen Forschungsstätten in einen fruchtbaren Wettbewerb treten werde. Wegen des privaten Status könnten dort Arbeitsformen erprobt werden, die mit staatlichen Mitteln schwerer zu verwirklichen seien. Auch sei es einfacher, „konkurrenzfähige“ Gehälter zu zahlen.

          Singer äußerte die Hoffnung, dass das Strüngmann-Institut eine „riesige“ Wissenslücke in der Neurowissenschaft schließen werde. Diese Lücke klaffe zwischen der molekularbiologischen Hirnforschung, die Abläufe an einzelnen Nervenzellen beschreibe, und den bildgebenden Verfahren, mit denen die Vorgänge im lebenden Gehirn dargestellt werden könnten. Ziel müsse es sein, die Wechselwirkungen zwischen den Zellen so gut zu verstehen, dass alle Hirnfunktionen bis hin zum Verhalten erklärt werden könnten.

          Spitzenforscher sollen in Frankfurt arbeiten

          Um auf diesem Weg voranzukommen, sollen die Strüngmann-Forscher eng mit den Max-Planck-Instituten für Hirnforschung und Biophysik, den Wissenschaftlern der Universität und dem Institute for Advanced Studies zusammenarbeiten. Das neue Institut soll die Räume der Hirnforscher auf dem Niederräder Klinikumsgelände beziehen. Diese werden laut Gruss 2012 frei, wenn das Max-Planck-Institut auf den Uni-Campus am Riedberg zieht. Wie Singer ausführte, ist der geplante Standort für das Strüngmann-Institut ideal – zum einen wegen der Anbindung ans Klinikum, die auch Versuche an gesunden Probanden und Patienten ermögliche, zum anderen wegen des dort vorhandenen Tierhauses, in dem Primaten für Experimente gehalten werden könnten.

          Wann die neue Einrichtung, eine gemeinnützige GmbH, ihren Betrieb aufnehmen kann, ist noch unklar. Singer will sich Zeit nehmen, um Spitzenforscher zu berufen, ist aber nach eigenen Worten dennoch um zügigen Fortschritt bemüht. „Wenn wir Glück haben, kann es bis Weihnachten schon Namen geben.“ Wie viele Wissenschaftler in dem Institut tätig sein sollen, sagte Singer nicht; auch eine Schätzung über die Höhe des Gesamtbudgets wollte er nicht abgeben. Andreas Strüngmann erwartet, dass das Stiftungskapital jährliche Erträge zwischen vier und fünf Prozent erbringt, woraus sich ein Etat von rund zehn Millionen Euro ergäbe. Hinzu kommen Singer zufolge Drittmittel, die das Institut einwerben soll.

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