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Unfall mit Todesfolge : Raser von Sachsenhausen in Psychiatrie

Nur noch ein Wrack: Nachdem es zwei Passanten erfasst hatte, überschlägt sich das Fahrzeug. Der Fahrer versuchte noch zu fliehen. Bild: Bernd Kammerer

Der Verursacher des tödlichen Unfalls von Frankfurt-Sachsenhausen ist vorläufig in die Psychiatrie eingewiesen worden. Ihm wird mittlerweile Totschlag in zwei Fällen vorgeworfen.

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          Der 38 Jahre alte Mann, der Samstag vor einer Woche mit überhöhter Geschwindigkeit in Frankfurt-Sachsenhausen bei Rot auf eine Kreuzung gefahren war und dabei zwei Fußgänger erfasst und getötet hatte, ist am Montag vorläufig in der Psychiatrie untergebracht worden. Wie eine Sprecherin des Amtsgerichts bestätigte, wurde der Beschuldigte festgenommen, sodann wurde ihm der sogenannte Unterbringungsbefehl verkündet und anschließend vollstreckt. Dem Mann wird mittlerweile nicht mehr fahrlässige Tötung, sondern Totschlag in zwei Fällen in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Schon Ende der Woche hatte sich abgezeichnet, dass Polizei und Staatsanwaltschaft nun doch zu einer anderen Einschätzung des Geschehens gelangen. Zunächst hatte die Polizei daran festgehalten, von einem „Unfall“ auszugehen. Wohl auch deshalb, weil der Fahrer dem Vernehmen nach Medikamente benötigte, von denen zunächst noch geklärt werden musste, ob sie sich nachteilig auf das Fahrverhalten auswirkten.

          Tod billigend in Kauf genommen

          Die zahlreichen Befragungen der Zeugen ergaben letztlich jedoch ein „klares Bild“, wie am Freitag aus Ermittlerkreisen zu hören war. So soll der Fahrer ungebremst und wahrscheinlich mit Vorsatz mehrere rote Ampeln missachtet haben. Ein Zeuge hatte nach der Tat im Gespräch mit der F.A.Z. berichtet, dass der Fahrer ihm schon lange vor der Kreuzung von Mörfelder Landstraße und Oppenheimer Landstraße aufgefallen war, als er ihn erst mit hohem Tempo überholte und dann an einer Ampel in Höhe der Breslauer Straße ebenfalls bei Rot an wartenden Autos vorbeizog.

          Die Ermittler orientierten sich bei der Rekonstruktion des Hergangs insbesondere an jenen Aussagen, die von Autofahrern selbst gemacht wurden, weil diese die Geschwindigkeit mitunter besser einschätzen könnten als ein Fußgänger. Die Befragten berichteten fast übereinstimmend, dass der 38 Jahre alte Darmstädter mit seinem Peugeot gerast sei. Laut den Ermittlern hat er dabei billigend den Tod von Menschen in Kauf genommen. Hinweise auf eine Beteiligung weiterer Autofahrer im Sinne eines „klassischen Rennens“ gibt es bisher nicht.

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          Die Polizei geht unterdessen verstärkt gegen Raser vor. Wie das Frankfurter Präsidium am Montag mitteilte, wurden erst am Wochenende wieder zwei Autorennen in der Frankfurter Innenstadt durch die Polizei beendet. In beiden Fällen waren jeweils zwei Autos beteiligt.

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