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Frankfurter Hauptbahnhof : Sehr gute Nachrichten

Zukunftsvision: So könnte die neugestaltete B-Ebene des Frankfurter Hauptbahnhofs aussehen. Bild: dpa

Mit dem Umbau des Frankfurter Hauptbahnhofs ist es Verkehrsdezernent Klaus Oesterling gelungen, den Fuß noch in die Tür zu bekommen. Wenn die Arbeiten fertig sind, wird vielleicht doch noch alles gut – so in fünf bis zehn Jahren.

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          Vermutlich kennt jeder die Szene: Bei der Ankunft am Frankfurter Hauptbahnhof ist die Welt noch in Ordnung. Nur wehe dem, der dann hinabsteigen muss zu den S- oder U-Bahnen, wo es immer unangenehm riecht. Wer Pech hat, stolpert zudem über einen oder gleich mehrere Drogenkonsumenten, die sich aus dem Bahnhofsviertel ins Warme verzogen haben. Alle Beteiligten, gleichgültig ob Deutsche Bahn, Land, Stadt oder Rhein-Main-Verbund, wissen seit Jahren um die Situation.

          Nun soll Abhilfe geschaffen werden. 375 Millionen Euro investieren der Bund, Deutsche Bahn, Stadt Frankfurt und Verkehrsgesellschaft Frankfurt in den nächsten acht Jahren in Umbau und Modernisierung der B-Ebene, die nicht nur bis unter die Eingangshalle des Hauptbahnhofs gezogen, sondern direkt mit dem Tiefbahnhof der S-Bahn verbunden werden soll.

          Das sind sehr gute Nachrichten, zumal der Umbau der B-Ebene auch mit der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes zusammenhängt, für die die Stadt verantwortlich zeichnet. Auch dies ein vielfach angekündigtes und dringend notwendiges Projekt, das nun in absehbarer Zeit Realität werden könnte. Schließlich ist der Platz derzeit weder ein attraktives Tor in die Stadt noch die Visitenkarte einer Metropole. Vielmehr bestätigt der Ort auf eindrückliche Weise alle Vorurteile, die dieser Großstadt entgegengebracht werden.

          Keine Visitenkarte der Metropole

          Ja, aber hätte nicht alles wenigstens einmal schneller gehen können? Schließlich dauert es noch fünf Jahre, ehe die Stadt mit dem Umbau des Vorplatzes überhaupt erst beginnen kann.

          Ja, das stimmt. Doch die Entwicklung hat auch ihr Gutes: Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling ist es dadurch gelungen, den Fuß noch in die Tür zu bekommen. Er hat über die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq nun eine Neuplanung des Vorplatzes mit Blick auf den Straßenraum in Auftrag gegeben.

          Denn Oesterling will das Straßenbahnnetz in Frankfurt ausbauen und die Haltestelle am Hauptbahnhof von zwei auf vier Gleise erweitern und die am Bahnhof haltenden Stadtbusse gleich integrieren. Das klingt nach einem attraktiven Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der dringend notwendig ist und dem Knotenpunkt gut zu Gesicht steht.

          Wenn dann eines Tages die B-Ebene ganz proper und attraktiv ist, wird vielleicht doch noch alles gut – so in fünf bis zehn Jahren.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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