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U-Bahn-Sperrung in Frankfurt : Umwege auf zentraler Nord-Süd-Achse

Könnte zum Verhängnis für Studierende werden: Die meist befahrene U-Bahn-Strecke in Frankfurt wird über den Sommer gesperrt. Bild: F.A.Z.

Wegen Gleisarbeiten ist die meistbefahrene Strecke in Frankfurt während der Sommerferien gesperrt. Die Sperrung könnte für Studierende gerade in der Klausurphase zum Verhängnis werden. Doch die VGF bleibt positiv.

          Die älteste und meist befahrene U-Bahn-Strecke in Frankfurt ist während der gesamten Sommerferien gesperrt. Die bis zu 120.000 Fahrgäste, die sonst täglich die U1, U2, U3 und U8 nutzen, werden Umwege in Kauf nehmen und mehr Zeit für ihre Wege einrechnen müssen. Denn vom 1. Juni bis zum 12. August wird auf der wichtigen und einzigen Nord-Süd-Verbindung keine U-Bahn fahren. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sperrt die Strecke zwischen dem Südbahnhof und der Station Heddernheim. Schon an diesem Wochenende fahren zwischen Willy-Brandt-Platz und Südbahnhof keine U-Bahnen.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Um den Fahrgästen Ersatz anzubieten, setzt die VGF Busse ein, die weitgehend parallel zur U-Bahn-Strecke auf der Eschersheimer Landstraße unterwegs sein werden. Geplant ist, dass 34 große Gelenkbusse zwischen Heddernheim und der Innenstadt im Fünf-Minuten-Takt im Einsatz sind und alle U-Bahn-Stationen ansteuern. Die Busse können allerdings nicht zur Hauptwache fahren, sondern machen an der Konstablerwache halt. Von dort sollen die Fahrgäste in Richtung Südbahnhof dann die S-Bahn nutzen. Es gibt auf diesem Streckenabschnitt südlich des Mains keinen Ersatzverkehr. Nach Ansicht der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq gibt es dort ausreichend Alternativen.

          Anders sieht es im Frankfurter Norden aus. Traffiq rät, mit der U-Bahn-Linie 9 nach Ginnheim und weiter mit der Straßenbahnlinie 16 zu fahren. Zudem sind Buslinien wie die 27 von Bonames nach Preungesheim und die 64 von Ginnheim über den Uni-Campus Westend zum Hauptbahnhof häufiger im Einsatz. Diejenigen, die ganz im Norden der Stadt leben und von dort in die Innenstadt müssen, könnten auch die U-Bahn zwischen Niederursel und Oberursel Bahnhof nehmen, um von dort mit der S-Bahn zum Frankfurter Hauptbahnhof zu gelangen. Das ist auch mit einem Fahrschein möglich, der eigentlich nur für das Tarifgebiet Frankfurt gilt.

          Fahrrad statt U-Bahn?

          Schon vor zwei Jahren war über vier Wochen während der Sommerferien die gleiche U-Bahn-Strecke gesperrt gewesen, damals allerdings nur zwischen Dornbusch und Heddernheim. „Das war unser Probelauf“, sagt ein Sprecher von Traffiq. Bis auf Kleinigkeiten habe damals alles geklappt. Vor allem hätten VGF und Traffiq daraus gelernt, Buslinien, die als Ersatz dienen sollen wie die Linie 27, in sehr dichtem Takt fahren zu lassen. Sogar das Fahrrad wird als Ersatz angeboten: An den U-Bahn-Stationen zwischen Heddernheim und Eschenheimer Tor stehen Leihräder. Bis zu zwei Fahrten à 30Minuten täglich gewährt die VGF ihren Kunden unentgeltlich.

          Außer der zentralen Nord-Süd-Verbindung sind zwei weitere U-Bahn-Linien, die U4 und die U7 nach Enkheim, in den Sommerferien von Gleisarbeiten betroffen. Grund sind Arbeiten für den Riederwaldtunnel. Zwischen den U-Bahn-Stationen Schäfflestraße und Enkheim werden Busse eingesetzt. Dass die Sommerzeit immer auch Baustellenzeit ist, haben Frankfurter und Pendler in den vergangenen Jahren mehrfach zu spüren bekommen, als wiederholt der S-Bahn-Tunnel vom Hauptbahnhof bis zur Konstablerwache während der Sommerferien gesperrt war. Die Sanierungsarbeiten werden gerne in die Ferienzeit gelegt, weil dann keine Schüler und weniger Pendler unterwegs sind.

          Für die Hochschüler endet das Sommersemester allerdings erst am 17. Juli, weshalb die Goethe-Universität die Sorge geäußert hat, dass die Studenten in den nächsten Wochen nicht pünktlich zu ihren Prüfungen gelangen. Doch die dringend nötigen Sanierungsarbeiten auf der zentralen Nord-Süd-Achse sollen während der mehrwöchigen Sperrung möglichst alle gleichzeitig erledigt werden.

          Auskünfte über die besten Ausweichrouten gibt es unter www.rmv-frankfurt.de oder über das Servicetelefon, das unter der Rufnummer 069/24248024 rund um die Uhr zu erreichen ist.

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