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U 8 und U 9 : Zwei neue Stadtbahn-Linien in Frankfurt

Ökologisch korrekt: Die neuen Stadtbahnen auf dem Riedberg fahren auf Rasengleisen. Bild: Florian Manz

Der Stadtteil Riedberg und der naturwissenschaftliche Campus der Goethe-Universität sind nun an das städtische Schienennetz angebunden.

          Mit der U8 und der U9 besitzt Frankfurt seit Sonntag zwei neue Stadtbahnlinien. Der Stadtteil Riedberg sowie der ebenfalls in den vergangenen Jahren erbaute naturwissenschaftliche Campus am Niederurseler Hang sind jetzt an das Stadtbahnnetz angebunden. In 20 Minuten erreichen die Fahrgäste künftig vom Riedberg aus die Frankfurter Innenstadt, in sieben Minuten sind sie im Nordwestzentrum.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ursprünglich sollte der für 15.000 Menschen geplante neuen Stadtteil mit seinen derzeit 4000 Bewohnern über eine neue U-Bahn-Strecke unter Bockenheim und Ginnheim an das Schienennetz angeschlossen werden. Diese kurz vor Baubeginn stehende sogenannte D-2-Strecke hatte die Frankfurter Koalition von CDU und Grünen vor fünf Jahren zu Beginn ihrer Regierungszeit aber verworfen. In dem nun verwirklichten neuen Konzept werden größtenteils die bestehenden Gleise der Linien U1, U2 und U3 genutzt. Die Entwickler des Riedbergs erwarten sich durch den Stadtbahn-Anschluss Impulse für ein weiteres Wachstum ihres Stadtteils.

          Die Oberbürgermeisterin steuert die U-Bahn

          Die erste Bahn, ein Zug der U8, ist am Sonntag um 4.47 von Heddernheim aus zum Riedberg losgefahren. Mit dem am Sonntag erfolgten Fahrplanwechsel im Rhein-Main-Verkehrsverbund verkehrt die U8 mit Ausnahme der Schwachverkehrszeiten am frühen Morgen und späten Abend im 15-Minuten-Takt zwischen dem Südbahnhof und der neuen Station Riedberg. Die U9 fährt ebenfalls die meiste Zeit im 15-Minuten-Takt von Ginnheim über das Nordwest-Zentrum und die beiden neuen Stationen „Uni-Campus / Riedberg“ und „Riedberg“ nach Niedereschbach.

          Den Festzug zum Riedberg, der sich um 13.30 Uhr in Heddernheim in Bewegung setzte, hat Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) weitgehend ruckfrei selbst gesteuert, assistiert von einem Fahrlehrer der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). Diese betreibt die beiden neuen Linien und hat dafür 80 neue Fahrer eingestellt. Der öffentliche Verkehr sei nicht nur ein Motor für die Stadtentwicklung, sagte Roth, sondern auch ein entscheidender Standortfaktor.

          Fraktionsübergreifendes Projekt

          Die 71 Millionen Euro, welche in die beiden Linien investiert worden sind, nannte Staatssekretär Jan Mücke vom Bundesverkehrsministerium auf der Eröffnungsfeier „gut angelegtes Geld“. Die Bundesregierung habe das Vorhaben mit 31 Millionen Euro unterstützt, weil sie Autofahrer dazu bewegen wolle, auf Busse und Bahnen umzusteigen. Aus Hessen kam eine Zuwendung von 7,7 Millionen. Die restliche Investitionssumme in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro hat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt und damit die Stadt Frankfurt aufgebracht.

          VGF-Geschäftsführer Michael Budig dankte den Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, Grünen und FDP für die Unterstützung des Vorhabens im Stadtparlament. Hans-Jörg von Berlepsch, Geschäftsführer der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, sprach von einem „historischen Tag“ und erinnerte daran, dass mit der U9 zum ersten Mal eine Stadtbahn zwei Frankfurter Stadtteile verbinde, ohne die Innenstadt zu berühren. Es gebe eine zunehmende Nachfrage nach solchen Querverbindungen.

          Von Campus zu Campus

          Mit dem Bau der vier Kilometer langen Neubaustrecke über den Riedberg ist im Sommer 2008 begonnen worden. Die Arbeiten konnten termingerecht zum gestrigen Fahrplanwechsel abgeschlossen werden. Unter anderem mussten sieben Brücken gebaut werden, darunter eine besonders große über die Autobahn 661. Dazu kamen 13 neue Weichen und 24 Bahnübergänge. Die beiden neuen Haltestellen auf dem Riedberg sind barrierefrei gebaut und so gestaltet, dass sie weniger anfällig sind gegen Vandalismus als andere Stationen.

          Für ihre 12,3 Kilometer lange Route vom Riedberg über Niederursel, Heddernheim, Eschersheimer Landstraße und Hauptwache bis zum Südbahnhof benötigt die U8 26 Minuten. Diese Strecke verbindet auch die naturwissenschaftliche Universität auf dem Riedberg mit dem Campus Westend. Die Linie U9 führt von Nieder-Eschbach über Kalbach und den Riedberg ins Nordwestzentrum und weiter bis Ginnheim, wo ein Anschluss an die Straßenbahn Richtung Hauptbahnhof besteht. Sie ist auf der 10,3 Kilometer langen Strecke 20 Minuten unterwegs.

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