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Türken und Kurden in Frankfurt : Ein Keil zwischen Brüdern und Schwestern

Sonne: Kurden und Sympathisanten protestieren in der Innenstadt gegen die jüngste türkische Militäroperation in Nordsyrien. Bild: dpa

Der Konflikt in Nordsyrien führt zu Spannungen zwischen Türken und Kurden – auch in Frankfurt. Die Stimmung ist emotional aufgeladen.

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          Eylem Boyraz stritt schon für die Rechte der Kurden, als sie noch gar nicht verstand, dass sie selbst Kurdin war. Schon als kleines Kind nahmen ihre Eltern sie mit zu Protesten. „Ich bin auf Demonstrationen groß geworden“, sagt die junge Frau, die am Samstag mit rund 4500 anderen zum Frankfurter Hauptbahnhof gekommen ist, um sich gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien einzusetzen. Ihre Eltern, die vor ihrer Geburt aus der Türkei nach Deutschland gekommen waren, gaben ihr den Namen Eylem – das bedeutet Aktion oder Aufstand. Das kurdische Volk habe genug gelitten, sagt Boyraz. Die türkische Militäroffensive gegen die kurdische Miliz YPG in Nordsyrien sei ein Krieg gegen Zivilisten.

          Johanna Christner
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          „Terrorist Erdogan“ rufen die Demonstranten im Chor, oder „Deutschland finanziert, Türkei bombardiert“. Über ihren Köpfen schwenken sie ein Meer aus Fahnen. Die Flagge Kurdistans und der kurdischen Miliz in Syrien YPG sind darunter, die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, die Linke und Kampagnen wie „Rise up 4 Rojava“ sind auch vertreten. In den Händen halten Teilnehmer Fotos der kurdischen Politikerin und Frauenrechtlerin Havrin Khalaf, die wenige Tage nach Beginn der Offensive laut Angaben der Syrischen Demokratischen Kräfte vom türkischen Militär getötet worden ist. „In unserem Land herrscht Krieg und unsere Familien sterben“, sagt eine Demonstrantin. Die internationale Gemeinschaft lasse sie im Stich, Deutschland habe seine Waffenexporte immer noch nicht vollständig eingestellt.

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