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F.A.Z.-Leser helfen : Wie lange darf man trauern?

Ort der Erinnerung: Auf dieser Bank begann die Liebesgeschichte von Tanja und ihrem Mann. Bild: Kolb, Marie-Luise

Eines Nachts hört Tanja es in der Küche poltern. Ihr Mann ist plötzlich tot. Sie weiß kaum, wie sie mit dem Verlust umgehen soll. Erst bei Sternenzelt findet sie Menschen, die nicht fordern: Jetzt leb’ halt weiter.

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          Als Tanja das Klirren hört, ist sie sofort wach. Ihrem Mann fällt zwar öfter mal was runter, so ist er eben, aber an diesem Abend ist es anders. Tanja steigt die Treppe hinunter und sieht die offene Kühlschranktür. Davor liegt ihr Mann, die Flasche Rosé, die er eben wieder kühl stellen wollte, nachdem er sich ein Glas eingeschenkt hatte, zersplittert neben ihm. Sie stürzt zu ihm, ruft den Notarzt, presst seinen Brustkorb zusammen und bläst Luft in seine Lungen. Die kleine Tochter kommt angetapst, sie hat den Krach gehört. „Das Kind muss weg“, herrscht einer der Helfer Tanja an. Alles geht wahnsinnig schnell. Sie nehmen ihren Mann mit. Nach einiger Zeit kommt ein Arzt zu ihr und will, dass sie eine Beruhigungstablette nimmt. Dann sagt er, dass sie die Reanimation einstellen mussten.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Reanimation einstellen. Das bedeutet: Ihr Mann kommt nicht wieder. Ihr starker, kerngesunder Mann, gerade mal 50 Jahre alt, sportlich, ihr Beschützer, der liebevollste Vater, den sie sich vorstellen kann, der Mann, mit dem sie auf Klettersteigen unterwegs war und der das ganze Haus renoviert hatte. Nichts davon passt zum Wort „tot“, nichts passt zu „Lungenembolie“.

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