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Todesfall im Club „Gibson“ : Achteinhalb Jahre Haft nach Diskotheken-Schlägerei

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In der Nacht zum 24. Mai 2015 kam es im Club „Gibson“ zu der folgenschweren Auseinandersetzung. Nun fiel das Urteil. Bild: Henner Rosenkranz

Fast genau zwei Jahre nach der Tat wird der mehrfach vorbestrafte Angeklagte verurteilt. Das Gericht geht im Strafmaß über die Anträge der Staatsanwaltschaft hinaus.

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          Weil er bei einer Schlägerei in einer Frankfurter Diskothek einen anderen Lokalgast getötet hat, ist ein heute 40 Jahre alter Mann am Freitag zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt ging von Körperverletzung mit Todesfolge aus. Das 41 Jahre alte Opfer war wenige Tage nach der Auseinandersetzung im Mai 2015 gestorben. Zwei weitere Beteiligte an der Schlägerei wurden ebenfalls zu Haftstrafen von drei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt.

          In dem seit Dezember vergangenen Jahres laufenden Prozess hatte der Angeklagte den tödlichen Schlag bestritten. Dabei verwickelte er sich laut Urteil aber in erhebliche Widersprüche, so dass er bis zuletzt unglaubwürdig geblieben sei. Erheblich wurden ihm die 14 Vorstrafen angerechnet, die er teilweise ebenfalls wegen erheblicher Gewaltdelikte erhalten hatte. „Sie haben alle Warnungen in den Wind geschlagen und sich noch nicht einmal durch Ihr schwerkrankes Kind von der Tat abhalten lassen“, sagte die Vorsitzende Richterin Bärbel Stock. Zusammenhänge zwischen der Mitgliedschaft zweier Angeklagter in der Rockervereinigung „Die Osmanen“ und der Tat seien in dem Verfahren nicht nachweisbar gewesen: „Es gab allerdings enge personelle Verflechtungen“.

          Die Schwurgerichtskammer lag bei allen Angeklagten erheblich über den Strafanträgen der Staatsanwaltschaft, die für den Hauptangeklagten sechs Jahre und für die beiden Mitangeklagten sogar nur Bewährungsstrafen gefordert hatte. Die Richterin nannte diese Strafanträge auch in Anbetracht der Vorstrafen „nicht nachvollziehbar“. Nach dem Ende der Urteilsbegründung wurde der bislang auf freiem Fuß befindliche Hauptangeklagte im Gerichtssaal verhaftet. Es bestehe eine erhebliche Fluchtgefahr, hieß es. Die Verteidiger, die auf Freisprüche plädiert hatten, werden voraussichtlich in Revision beim Bundesgerichtshof gehen.

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