https://www.faz.net/-gzg-6kxnr

Tigerbaby : Tränen für Daseep in Frankfurt - Zoff in Wuppertal

  • Aktualisiert am

Nach dem ersten Beschnuppern... Bild: dapd

Tigerbaby Daseep ist vom Frankfurter Zoo nach Wuppertal umgezogen. Zehntausende hatten den gestreiften Nachwuchs im Oktober bestaunt, nun soll die Tigerdame mit einer jungen Artgenossin aufwachsen. Nach dem ersten Beschnuppern gab es gleich Rangeleien.

          2 Min.

          Zum Abschied gab es Tränen - zur Begrüßung einen Hieb mit der Tatze. Am Mittwoch ist Tigerbaby Daseep nach Wuppertal umgezogen und hat beim Frankfurter Zoo-Personal noch einmal für feuchte Augen gesorgt. Mehr als sechs Wochen lang hatten Ersatzmütter und Tierärzte die Kleine mit der Flasche groß gezogen, nachdem Mutter Malea ihr Junges nicht angenommen hatte. Es war das erste Tigerbaby in Frankfurt seit 26 Jahren. „Daseep ist uns ans Herz gewachsen“, sagte Zoo-Direktor Manfred Niekisch. Nun mussten sie den kleinen Superstar ziehen lassen - und der hatte in Wuppertal gleich Zoff mit Tigermädchen Tschuna.

          „Wir freuen uns, dass wir Daseep Zehntausenden von Zuschauern zeigen konnten. Sie war das meistbeachtete Tier der letzten Jahrzehnte in Frankfurt“, hatte Niekisch zum Abschied gesagt und nicht trauern wollen. „Für uns ist das Wichtigste und für sie das Beste, dass sie in Wuppertal mit einem anderen kleinen Tiger zusammen sein wird und dadurch lernt, sich wie ein Tiger zu verhalten.“

          Die ersten Rangeleien

          Das musste die gut sechs Wochen alte Sumatra-Tigerin schneller lernen als erwartet. Denn in Wuppertal wurde Daseep gleich mit Tschuna, ihrer drei Wochen älteren, sibirischen Artgenossin zusammengesetzt. Zunächst schienen die beiden Jungtiere sich nicht sonderlich für einander zu interessieren. Dann aber begannen die ersten Rangeleien, wer die Chefin sei. Die erste Runde ging an Tschuna, die auch von ihrer Mutter verstoßen worden war und ein Kilogramm mehr wiegt als Daseep.

          ..schlichen Daseep und Amur-Tigermädchen Tschuna (hinten) umeinander herum wie die Katze um den heißen Brei...

          Tiere, die mit der Hand aufgezogen wurden, müssen möglichst früh Kontakt mit Ihresgleichen bekommen, damit sie sich nicht zu sehr auf den Menschen fokussieren. Außerdem wiegt Daseep mittlerweile fünf Kilogramm, frisst Fleisch und sorgte mit ihren scharfen Krallen für mehr und mehr Kratzer bei den Pflegern. „Sie wird ein richtiger Tiger. Es ist Zeit für den Umzug“, meinte Niekisch.

          Fast 40.000 Menschen in den Zoo gelockt

          Zwei Wochen lang war Daseep der unumstrittene Star im Frankfurter Zoo gewesen. Vom 7. bis zum 20. Oktober standen die Besucher Schlange, wenn sich die kleine Raubkatze täglich für eine Stunde in einem umgebauten Baucontainer zeigte. Pro Tag lockte sie rund 1500 Besucher mehr an als üblich - während der zwei Wochen pilgerten insgesamt fast 40.000 Menschen in den Zoo.

          Möglichst wenig Rummel sollte dann allerdings beim Umzug nach Wuppertal herrschen. Medien und Öffentlichkeit waren ausgeschlossen, nur eine Tierärztin und eine Pflegerin begleiteten das Findelkind, das sich vom Umzug wenig beeindruckt zeigte: Den größten Teil der Fahrt schlief die kleine Tigerin.
          Mindestens ein Jahr lang wird Daseep in Wuppertal aufwachsen. Dann wird im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) entschieden, wohin die Reise für den kleinen Sumatra-Tiger als nächstes geht. In rund vier Jahren könnte Daseep dann selbst für Nachwuchs sorgen. Mit dem EEP soll nicht nur sichergestellt werden, dass die Zoo-Populationen durch Züchtung erhalten bleiben. Im besten Fall sollen später auch Tiere ausgewildert werden. Derzeit leben nur noch etwa 400 Sumatra-Tiger in freier Wildbahn auf der indonesischen Insel Sumatra. Dazu kommen 101 Tiere in europäischen Zoos.

          Weitere Themen

          Liebe ohne Rücksicht

          „Tristan und Isolde“ : Liebe ohne Rücksicht

          Dieser besondere Sog: Regisseurin Katharina Thoma und Generalmusikdirektor Sebastian Weigle sprechen über „Tristan und Isolde“. Jetzt ist Premiere in Frankfurt.

          Topmeldungen

          IBMs Quantencomputer „System Q“ ist auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas zu sehen.

          Quantencomputer : Die nächste Revolution

          Quantencomputer können Verschlüsselungen knacken, neue Batterien entdecken und an Finanzmärkten Geld verdienen. Und das sind nur die Möglichkeiten, die bisher bekannt sind.
          Erling Haaland erlebt einen sensationellen Einstand bei Borussia Dortmund.

          Dortmund 5:3 in Augsburg : Die große Show des Erling Haaland

          Was für ein Spiel! Der BVB stellt sich in Augsburg erst dilettantisch an. Doch Dortmund kommt zurück und siegt am Ende noch – weil der junge Neuzugang Erling Haaland einen spektakulären Einstand zeigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.