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Tierschützer gegen Jäger : Nächtliche Zerstörungswut

Gezeichnet: Viele der zerstörten Ansitze wurden mit dem Logo der Animal Liberation Front besprüht. Bild: Frank Röth

Unbekannte haben Dutzende Ansitze mitten in Deutschland zerstört. Als Täter werden militante Tierschützer verdächtigt: Jagd ist für sie Mord.

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          Auf einer Streuobstwiese in Bergen-Enkheim dreht ein Bauer auf einem Traktor seine Runden und wendet das gemähte Gras. Die Mittagssonne scheint auf die Wiese, es riecht nach Heu, Grashüpfer springen bei jedem Schritt durch das trockene Gras davon, und über der Wiese zieht ein Milan seine Kreise. Der Jagdpächter, einer von zweien, die für das Revier zuständig sind, zeigt auf den Traktor. „Der Bauer da zum Beispiel liest uns die Leviten, wenn er wegen der Sauen wieder Löcher im Boden hat“, sagt der Pächter. Er zahlt den Landwirten Schadenersatz, wenn das Wild deren Felder zerstört. Künftig wird es der Pächter, ein schlanker, großer, zurückhaltender Mann, schwerer haben, die geforderte Abschussquote zu erfüllen. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen. Denn er ist ins Visier von Tierrechtlern geraten.

          Martin Ochmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Er steht unter einem Apfelbaum, neben ihm ein zerstörter Ansitz. Tragende Holzbalken wurden zersägt, dann wurde die Konstruktion umgekippt. Ein Kasten für Fledermäuse, der am Hochsitz angebracht war, ist dabei auch gleich zerstört worden. Auf das Holz ist mit grüner Farbe ein Emblem aufgesprüht, in einem Kreis steht „ALF“. Das Kürzel steht für „Animal Liberation Front“, ein loser Zusammenschluss „autonom agierender und nicht vernetzter Personen“, der, so die Selbstbeschreibung weiter, „mittels direkter Aktionen wie beispielsweise der Zerstörung von Hochsitzen“ das Leid „empfindungsfähiger Lebewesen“ verhindern will.

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