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Theater : Herausragender Forsythe wird Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen

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Eine große "Forsythe Company" begrüßte Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) im Holzfoyer der Oper: William Forsythe wurde am Mittwoch, wenige Tage vor der endgültig letzten Vorstellung des Balletts Frankfurt ...

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          Eine große "Forsythe Company" begrüßte Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) im Holzfoyer der Oper: William Forsythe wurde am Mittwoch, wenige Tage vor der endgültig letzten Vorstellung des Balletts Frankfurt in Paris, für seine herausragende künstlerische Leistung zum Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen ernannt. Weggefährten durften sich ebenso zu der von Roth begrüßten "Company" zählen wie jene Stadtpolitiker, die letztlich dafür gestimmt hatten, das Ballett Frankfurt abzuschaffen. Ein Umstand, den nur der ehemalige Kulturdezernent Hilmar Hoffmann, der 1984 den jungen Choreographen Forsythe aus Stuttgart nach Frankfurt geholt hatte, in seiner Laudatio ausdrücklich erwähnte, obschon auch Roth "zwiespältige Gefühle" an Forsythes Ehrentag eingestand. Immerhin erhielt die Oberbürgermeisterin auch ein Lob von Hoffmann: Sie habe schon vor der Abstimmung des Magistrats für die nun etablierte Lösung einer Frankfurt-Dresdner "Forsythe Company" unterschrieben, um das Beteiligungsangebot des Landes Hessen nicht verstreichen zu lassen.

          Das größte Lob allerdings gebührte, dem Anlaß entsprechend, Forsythe selbst, der - wie ihm nicht nur Hoffmann bescheinigte - von Frankfurt aus Ballettgeschichte geschrieben habe. Kenntnisreich würdigte der Laudator Forsythes "tänzerische Metaphysik" und seinen radikalen Gegenentwurf zu einem traditionellen Ballett mit seinen pathetischen Formen. Mit Pina Bausch sei Forsythe, so Hoffmann, der bedeutendste Erneuerer des Tanztheaters. Er erinnerte an seinen eigenen "physischen" Einsatz bei der Premiere von "Gänge", bei der er versucht hatte, das traditionellen Tanz gewohnte Publikum am Gehen zu hindern. Trotz solcher Anekdoten ließ Hoffmann keinen Zweifel daran, daß Forsythe Frankfurt zu einem "Mekka des avantgardistischen Tanztheaters" gemacht und den Ruf der "virtuellen Kulturstadt" gemehrt habe.

          Forsythe selbst fand "only nice things to say about Frankfurt" - also nur Nettes über Frankfurt zu sagen. Die vergangenen schwierigen Jahre seien "irrelevant" im Vergleich zu 20 Jahren Unterstützung und kompletter künstlerischer Freiheit. So wie in Frankfurt hätte er nirgendwo sonst arbeiten können, bedankte sich der Künstler. Er freue sich über die zugesagte Unterstützung für die neue "Forsythe Company" und versprach gute Arbeit, nach wie vor. (emm.)

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