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Bürgerämter : Behördenfrust verdirbt die Reiselust

Glücksfall: Ein Termin in einem Frankfurter Bürgeramt Bild: Marina Pepaj

Termine bei den Bürgerämtern sind nach wie vor knapp. Schlecht für alle, die vor dem Sommerurlaub noch einen neuen Ausweis oder Reisepass brauchen. Es gibt aber einen Trick.

          3 Min.

          Im Corona-Testcenter am Merianplatz kennt man Mia schon. Einmal in der Woche, bevor das 16 Jahre alte Mädchen in eine Kanon-Singgruppe geht, lässt sie sich auf Corona testen. Eigentlich müsste sie für den sogenannten Bürgertest, den es alle sieben Tage gratis gibt, einen gültigen Personalausweis vorlegen. Doch der ist abgelaufen, einen neuen Ausweis hat sie noch nicht, weil es der Familie bisher nicht gelungen ist, online einen Termin zu buchen. „Ich habe es immer wieder probiert, aber nie war ein Termin frei“, erzählt Mias Mutter.

          Petra Kirchhoff
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Problem ist bekannt. Seit Monaten häufen sich in Frankfurt die Beschwerden darüber, wie schwer es ist, den Wohnsitz um- oder ein Auto anzumelden. Das Onlineportal zeigt keine freien Termine an, und auch am Telefon, das als Buchungs-alternative angeboten wird, ist niemand zu erreichen. „Die Leitung ist so tot wie die von TUI im vergangenen Jahr“, schimpft ein Betroffener, der nach seinem Umzug vier Wochen lang vergeblich versucht hatte, sich umzumelden, und dann, nachdem es endlich geklappt hatte, noch eine Strafe von 15 Euro zahlen sollte, weil er die Frist, in der das passieren muss, versäumt hatte. „Eine Frechheit.“ Und kein Einzelfall, wie zu hören ist.

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