Technisches Rathaus in Frankfurt :
Nackt bis auf den Beton

Von Rainer Schulze, Frankfurt
Lesezeit: 4 Min.
Zu den Dingen, die nicht wiederverwendet werden, gehören auch die Kloschüsseln.
Vom Technischen Rathaus ist nur noch der Rohbau übrig. Nach der Entkernung beginnt im April der „Filigranabbruch“: Kleine Bagger knabbern sich vom Dach nach unten durch.

Im Foyer geben Xavier Naidoo und Justin Timberlake den Bauarbeitern den Takt vor. Der Schall aus den Boxen eines Radios trägt weit, es gibt kaum noch Hindernisse, an denen er sich brechen kann. Das Stadtmodell ist verschwunden, die Pförtnerloge abgeräumt. Vor den Türen türmen sich die letzten Zeugnisse von 35 Jahren Verwaltungshandeln: alte Computer, Kloschüsseln und Neonleuchten. Ein Vierteljahr nach dem Umzug der Ämter an die Kurt-Schumacher-Straße ist das Technische Rathaus innen nackt bis auf den Beton.

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