https://www.faz.net/-gzg-8ls15

Ehrenamt : Wer hilft, tut sich selbst auch Gutes

  • -Aktualisiert am

Ehrenamt macht Freude: Gäste informieren sich über das Angebot. Bild: Marcus Kaufhold

Es gibt viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Aber nur wenige wissen auch, wie sie diesen Wunsch umsetzen können.

          2 Min.

          Einmal in der Woche Kindern etwas vorlesen, einen Menschen mit Demenz im Alltag begleiten oder auch freiwillig im Park Müll sammeln – Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren, gibt es sehr viele. Über die Vielzahl der Möglichkeiten wollte das Bürgerinstitut informieren und lud deswegen am Samstag zu einem Tag des Engagements ein. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, konnten sich im Rahmen dieses Tages über das Angebot informieren.

          „Wir stellen immer wieder fest, dass sich viele Menschen einbringen wollen, aber nicht wissen, wie und wo“, sagt die Geschäftsführerin des Bürgerinstituts, Petra Becher. Dieser Tag der offenen Tür solle die Menschen auf das Angebot des Bürgerinstituts aufmerksam machen. Denn das fungiere schon lange als zentrale Koordinationsstelle für rund 350 ehrenamtliche Projekte in Frankfurt und biete auch persönliche Beratungen für Interessierte an. „Viele denken, Ehrenamt ist nur Seniorenhilfe“, sagt Becher weiter. Dabei gebe es für Projektmanager oder Werbefachleute ebenfalls Möglichkeiten, sich zu engagieren. „Es werden oft auch Menschen benötigt, die Erfahrung in ganz klassischen Bürojobs gesammelt haben“, sagt Becher. Auch dazu sei dieser Tag gedacht, um zu zeigen, wie weit das Feld des Ehrenamts ist.

          250 Menschen engagieren sich in Projekten des Bürgerinstituts

          In Hessen engagierten sich bereits 42 Prozent der Menschen ehrenamtlich, berichtet Werner D’Inka, Herausgeber dieser Zeitung, bei seinem Vortrag am Nachmittag. „Wer sich im Ehrenamt engagiert, tut sich selbst etwas Gutes“, sagt er. Nirgendwo passe der Ausdruck „Win-win-Situation“ besser. Das sieht auch Wilhelm Claes so. Der 74 Jahre alte Rentner ist spontan gekommen, um sich über die Möglichkeiten ehrenamtlicher Arbeit zu informieren. „Ich merke schon jetzt, dass mir das guttut“, sagt er. Besonders das Märchenteam Frankfurt habe sein Interesse geweckt. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Freiwilligen, die in Kindertagesstätten Märchen erzählen. Die Geschichten werden frei und mit kleinen Handpuppen vorgetragen und nicht etwa vorgelesen.

          Laut Becher engagieren sich zurzeit rund 250 Menschen regelmäßig in den Projekten des Bürgerinstituts. „Doch es könnten gerne mehr sein“, sagt sie. Gerade Menschen, die kurz vor der Rente stünden, fragten sich oft, was nach ihrer Arbeitszeit komme. „Heutzutage ist man mit Mitte 60 ja nicht scheintot.“ Für diese Menschen biete eine ehrenamtliche Tätigkeit die Möglichkeit, ihre Kompetenzen weiter zu nutzen und sich zu beschäftigen.

          An diesem Nachmittag seien knapp 100 Interessenten da gewesen, sagt sie. Viele hätten eine Karte für einen persönlichen Beratungstermin ausgefüllt. „Ich bin zufrieden mit dem Tag“, sagt sie und nickt bekräftigend.

          Weitere Themen

          Bierflaschen auftreten Video-Seite öffnen

          Livehack : Bierflaschen auftreten

          Es gibt viele Möglichkeiten, Bierflaschen aufzumachen. Mit dem Feuerzeug, am Bierkasten oder auch mit dem zwölfer Schraubschlüssel aus der Werkzeugkiste. Es geht aber auch spektakulärer, wie F.A.Z.-Redakteurin Marie Lisa Kehler zeigt.

          Ein ganzes Dorf zum Buch der Bücher

          Bibeldorf Rietberg : Ein ganzes Dorf zum Buch der Bücher

          Zwischen Ziegenhaarzelten und römischen Wachanlagen: Eva-Maria Fricke leitet das stetig wachsende Bibeldorf Rietberg. Das Freilichtmuseum im Teutoburger Wald entführt in die Zeit Jesu.

          Topmeldungen

          Der Betrieb hält sich in Grenzen: ein Blick ins fast leere Impfzentrum Sachsen (Dresden)

          Geringe Quoten im Osten : Impfen? Nicht mit mir!

          In Ostdeutschland sind die Corona-Impfquoten auffallend niedrig. Was ist der Grund dafür? Ein Soziologe sieht den Widerstand gegen die Spritze als Teil der grundlegenden Protesthaltung gegenüber der Regierung.
           Um dem sogenannten Ebergeruch vorzubeugen, werden männliche Ferkel  kastriert – bis Ende 2020 durfte die qualvolle Prozedur ohne Betäubung durchgeführt werden.

          Landwirtschaft : Wir brauchen eine Fleischwende

          Wir reden davon, den Klimawandel zu bekämpfen, schweigen uns aber über Nutztierhaltung und Fleischproduktion aus. Dabei gehört beides zusammen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.