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Millionensumme fehlt : Landeskirche lehnt Bibelhaus-Neubau in Frankfurt ab

  • -Aktualisiert am

Keine neue Heimat: Das Frankfurter Bibelhaus und seine Exponate wie dieses Modell eines Bootes vom See Genezareth ziehen nicht in einen Neubau um. Bild: Wolfgang Eilmes

Weil 26 Millionen Euro fehlen, lehnt die Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau einen Neubau des Bibelhauses in Frankfurt ab. Wie es mit dem Erlebnismuseum weitergehen soll, ist unklar.

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          Einen Neubau des Bibelhauses in der Frankfurter Altstadt wird es nicht geben. Das hat die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) beschlossen. Die Kirchenleitung hatte vorgeschlagen, den Bau mit fünf Millionen Euro zu unterstützen und das Haus in den nächsten 20 Jahren mit jeweils 500.000 Euro im Jahr zu bezuschussen. Doch weil dann immer noch Drittmittel für Investition und Betrieb in einer Gesamthöhe von zirka 26 Millionen Euro gefehlt hätten, hatte die Leitung einen Neubau an der Saalgasse als „finanziell nicht realisierbar“ bezeichnet.

          Die Synode lehnte den Neubau und die finanzielle Beteiligung daran zwar ab, ging aber nicht so weit, das Bibelhaus komplett infrage zu stellen. Nachdem die Teilnehmer im Herbst 2018 noch gefordert hatten, einen Neubau zu prüfen, den sie nun verwarfen, soll die Kirchenleitung jetzt herausfinden, ob das Erlebnismuseum in ein „vorrangig pädagogisches Haus auf der Schwelle zwischen Schule, Kirche und Gesellschaft“ umgewandelt werden könne. Geschehen solle das am bisherigen Standort an der Metzlerstraße in Sachsenhausen, in unmittelbarer Nähe zum Museum Angewandte Kunst.

          Das Museum hat 25.000 Besucher im Jahr

          Das Bibelhaus gehört nicht der EKHN. Die Kirche trägt aber gut 700.000 Euro des Jahresetats von einer Million Euro und ist der mit Abstand wichtigste Geldgeber. Das Erlebnismuseum wurde 2003 in einer ehemaligen Kirche am Museumsufer eröffnet. Es hat eine Fläche von rund 500 Quadratmeter und zählt mehr als 25.000 Besucher im Jahr. Die Institution beschäftigt sich auf wissenschaftliche Weise mit der Geschichte des Alten und Neuen Testament. Träger ist die Frankfurter Bibelgesellschaft.

          In der Debatte zum Bibelhaus hob EKHN-Präses Ulrich Oelschläger dessen Wichtigkeit hervor. Das dort vermittelte Wissen könne „dem gerade wieder erstarkten Antijudaismus und Antisemitismus“ entgegenwirken, sagte er. Kirchenpräsident Volker Jung brachte eine Öffnung für weitere Religionen und deren Schriften ins Spiel. Geprüft wird auf Vorschlag einiger Synodenmitglieder auch eine Verlegung des Bibelhauses nach Mainz und eine Verbindung mit St.Johannis dort. Archäologische Grabungen hatten erbracht, dass es sich bei dem Alten Dom um die zweitälteste erhaltene Bischofskirche in Deutschland und die älteste christliche Kirche in Mainz handelt.

          „Es gibt ein gewisses Maß an Enttäuschung“

          Museumsdirektor Jürgen Schefzyk sagte dieser Zeitung, er sei einerseits froh, dass es nach sechs Jahren Diskussion nun eine Entscheidung gebe. „Es gibt aber auch ein gewisses Maß an Enttäuschung, dass die große Lösung nicht kommt.“ Er habe auf eine verbindliche Investitionszusage für den Neubau gehofft, um auf dieser Grundlage weitere Geldgeber gewinnen zu können. Das sei bisher nicht möglich gewesen, weil sich die EKHN so lange nicht entschieden habe. Schefzyk sprach von einer „sehr, sehr schwierigen Ausgangslage“. Ob ein Umzug nach Mainz realisierbar sei, könne er nicht sagen. Das müsse nun umfassend geprüft werden; dafür benötige das Bibelhaus Zeit.

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