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Symbol der Demokratie : Paulskirche zügig sanieren

Gilt als „Wiege der deutschen Demokratie“: Die Paulskirche in Frankfurt Bild: dpa

Dass der Bund ein Wort bei der Sanierung der Paulskirche mitreden will, ist nicht verwunderlich. Wenn das Gebäude aber erst 2030 fertig wird, würde es zu einem neuen Symbol – für eine Demokratie als Dauerbaustelle.

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          Es ist gut, dass der Bundespräsident nun abermals hervorgehoben hat, wie wichtig es ist, die „Symbole unserer Demokratiegeschichte“ zu pflegen. Zu diesen Orten zählt zweifellos die Frankfurter Paulskirche. Wie sehr dem Staatsoberhaupt dieses Denkmal am Herzen liegt, hat er schon Ende August deutlich gemacht. Damals lud Frank-Walter Steinmeier unter anderen den Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und den für die geplante Sanierung zuständigen Baustadtrat Jan Schneider (CDU) ins Schloss Bellevue ein, um dem Projekt die nötige Wucht zu verleihen.

          Dass Steinmeier während des Treffens in Berlin deutlich machte, der Bund, der die Hälfte der auf 39 Millionen Euro taxierten Sanierung trägt, wolle dafür ein erhebliches Wort mitreden, ist weder verwunderlich noch kritikwürdig. Frankfurt sollte entspannt damit umgehen: Das Gebäude gehört der Stadt, und es ist klar, dass dort ohne städtische Fachleute nichts passieren wird. Wer am Ende die planerische und bauliche Projekthoheit innehat, ist den Bürgern egal. Sie möchten, dass ein solch wichtiger Ort die Bedeutung erhält, die ihm zukommt.

          Wenig souverän hingegen ist, dass das Staatsoberhaupt die Sanierung der Paulskirche nutzt, um sich von rechts außen abzugrenzen. Indem Steinmeier sagt: „Man darf Rechtspopulisten nicht das Erbe der Paulskirche überlassen“, spricht er eine derartige Selbstverständlichkeit aus, dass sich mündige Staatsbürger darüber ärgern. Warum reicht es nicht aus, einen der zentralen Orte deutscher Geschichte aus sich selbst heraus so wichtig zu finden, dass er – auch für viel Geld – aufgewertet gehört?

          Auch wird der Bundespräsident demnächst einen Widerspruch auflösen müssen. Denn entweder ist unsere Demokratie tatsächlich akut bedroht von „denjenigen, die Menschenrechte und Demokratie verächtlich machen“; dann sollte die Paulskirche besser heute als morgen in Glanz und Gloria unsere Demokratie repräsentieren. Oder aber es trifft sich nun tatsächlich erst einmal eine Expertenkommission, die das Große und Ganze umfassend wägt. Dann wiederum dürfte realistisch sein, was dem Bundespräsidialamt offenbar vorschwebt: ein Gebäude, das nicht vor 2030 fertig ist. Die Paulskirche würde zu einem neuen Symbol – für eine Demokratie als Dauerbaustelle.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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