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Supermodel : So hart wie Dieter Bohlen ist Heidi Klum nicht

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Nach dem Superstar und der Supernanny sucht Deutschland nun das Supermodel.

          Nach dem Superstar und der Supernanny sucht Deutschland nun das Supermodel: Zwar ist bei der neuen Sendung von Heidi Klum, die am Mittwoch das erste Mal ausgestrahlt wurde, niemand dabei wie Daniel Küblböck ("Eine Stimme wie ein Mainzelmännchen im Entsafter"). Dafür kommt eines der zwölf Möchtegern-Topmodels, die unter sage und schreibe 11 637 Kandidatinnen ausgewählt worden sind, aus Frankfurt. Genauer gesagt: aus Bornheim - einem Stadtteil im Norden, der wegen seiner vielfältigen Schönheiten in jeder Hinsicht einen guten Ruf genießt.

          Die 17 Jahre alte Yvonne, deren Nachname wohl aus Sicherheitsgründen nicht verraten wird, bezeichnet sich selbst als "ausgesprochen sensibel": "So harte Kommentare wie Dieter Bohlen bei den Superstars läßt Heidi Klum in der Jury zum Glück nicht los", stellte sie erleichtert nach den ersten Dreharbeiten fest. Im normalen Leben ist die wohlgewachsene Frau ("86-66-84", schreibt der Sender) eine Schülerin der zehnten Klasse, die Shoppen auf der Zeil mag, Tagebuch führt und die Frankfurter Skyline am liebsten vom Main aus betrachtet.

          Eines Tages sei sie bei ihrer besten Freundin gewesen, erzählt sie. Im Hintergrund lief, wie könnte es anders sein, der Fernseher. Pro Sieben brachte einen Werbefilm, man solle sich, wenn man das nötige Aussehen vorweisen könne, doch einfach im Internet für die neue Sendung "Germany's next Topmodel" bewerben. Zu gewinnen gebe es immerhin ein Fotoshooting für die Titelseite der ja nicht ganz unbekannten Zeitschrift "Cosmopolitan".

          Gesagt, getan: "Selbstbewußt war ich schon immer", meint Yvonne. Trotzdem hat sie wohl nicht ganz abgesehen, was da auf sie zukommen würde. Jetzt kann sie ihren Kopf und ihren 54 Kilogramm schlanken Körper fast täglich in der Boulevardpresse bewundern. "Nicht alles, was ich da lese, gefällt mir", sagt Yvonne - und spielt damit auf die umfänglichen Erörterungen zum Für und Wider des Einsatzes von Silikon zur Erringung eines Wettbewerbsvorteils in der Sendung an. Aber, meint Yvonne, "so ein bißchen Rummel" gehöre wohl dazu. Immerhin fallen die Kommentare zu ihr insgesamt eher wohlwollend aus: "Blond, sinnlich, Rehaugen" liest man - da gibt es Schlimmeres für ein sich nach dem Laufsteg sehnendes Ego, sollte man meinen.

          Ganz neu ist das alles für Yvonne ohnehin nicht. Sie hatte auch vorher schon mal gelegentlich "gemodelt", wie sie sagt, aber "nicht im großen Stil". Kameras hätten allerdings schon immer eine besondere Anziehung auf sie ausgeübt. Beim Casting für die Sendung habe sie dann gelernt, sich zu schminken, aufzutreten, sich zu bewegen: Ein "sicheres Körpergefühl" verlangt die Jury. Um die Nachwuchsschönheiten zu testen, werden sie in den acht einstündigen Folgen bisweilen auch in eher unangenehme Situationen geschickt - so schlimm wie für Küblböck im Dschungelcamp soll es allerdings nicht kommen. Beruhigend für alle, die sich bei so vielen Frauen auf einem Haufen womöglich Sorgen machen: "Zickig" seien die Konkurrentinnen zumindest bisher nicht gewesen, sagt Yvonne.

          Die Schule will sie trotz allem auf jeden Fall zu Ende machen, sagt sie - ein Satz, der einem von Big-Brother-Teilnehmern bekannt vorkommt oder von Gewinnern gewisser Jugendfußballturniere. Nein, die Frankfurterin will bescheiden bleiben. Deshalb findet sie es auch gut, daß die Jungen in ihrer Klasse jetzt nicht einen "riesigen Wirbel" um sie machen. "Ich bleibe auch die alte", sagt sie.

          Dabei hätte das flirtinteressierte Umfeld durchaus Grund zum Imponiergehabe gegenüber dem angehenden Model: Yvonne ist nämlich seit einigen Wochen wieder Single, wie sie beiläufig erwähnt. Und: Bei der Trennung von ihrem Freund habe sie schon gewußt, daß sie in der Klum-Sendung auftreten werde. Dennoch legt Yvonne größten Wert darauf, daß es nicht die plötzliche Berühmtheit gewesen sei, die sie zur Abkehr von dem Jungen bewogen habe. Das wäre dann ja auch wirklich zickig gewesen. CHRISTIAN SIEDENBIEDEL

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