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Studieren in der Großstadt : Pendeln zwischen Hörsaal und Elternhaus

  • -Aktualisiert am

Ab in den Zug: Viele Studenten, die in Großstädten zur Uni gehen, müssen pendeln. Bild: dpa

Steigende Mieten drängen viele Studenten ins Frankfurter Umland. Manch einer muss deshalb mehrere Stunden Fahrt am Tag auf sich nehmen. Nicht nur der Notenschnitt leidet darunter.

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          Wenn um 6 Uhr morgens bei Simon Mittag der Wecker klingelt, drehen sich seine Kommilitonen aus Frankfurt gerade noch einmal im Bett um. Damit der 20 Jahre alte Chemiestudent pünktlich im Hörsaal sitzen kann, muss er schon um 7Uhr das Haus seiner Eltern in Bad Vilbel verlassen. Jeden Tag verbringt er insgesamt zwei Stunden auf dem Weg zwischen der Goethe-Uni und seinem Zuhause. „Ich bin mit einer Stunde einfacher Fahrtzeit noch ganz gut dran, andere Studenten haben deutlich längere Wege“, sagt Mittag. „Aber nervig ist es trotzdem.“ Gerade, weil er oft viele Vorlesungen an einem Tag habe und von 8 bis 18 Uhr in der Uni sitze. Inklusive Bahnfahrten ergibt das einen Zwölf-Stunden-Tag.

          Für viele Berufstätige gehört das Pendeln zum Alltag. Mittlerweile strömen jeden Tag 380.000 Arbeitnehmer nach Frankfurt, so viele wie noch nie. Aber auch immer mehr Studenten müssen sich an lange Anfahrten gewöhnen. Steigende Mieten und der Mangel an Wohnheimplätzen treiben sie aus den Großstädten – entweder bleiben sie im Elternhaus oder ziehen in Wohngemeinschaften im Umland. Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln errechnet bundesweit die Mieten für eine Musterwohnung mit 30 Quadratmetern und mittlerer Ausstattung in fußläufiger Nähe zur Uni. In Frankfurt betrug der Preis im vergangenen Jahr 499 Euro warm. Das können sich viele Studenten nicht leisten, auch weil ihnen die Zeit für einen Nebenjob fehlt.

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