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Streit an Frankfurter Uni : Strafanzeigen und ein Gefühl der Angst

Diskussionsstoff: Auch Linke streiten darüber, ob das islamische Kopftuch Symbol der Religionsfreiheit oder Werkzeug der Unterdrückung ist. Bild: dpa

Nach der Schlägerei bei einer Diskussion über das islamische Kopftuch geht der Streit an der Uni Frankfurt weiter. Es geht auch um die Frage, wer die wahren Linken sind.

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          Das vorneweg: Fatma Keser taugt nicht als Maskottchen für AfD-Fans. Die Tochter kurdischer Eltern ist überzeugte Linke und Feministin, die das Gender-Gap hörbar hervorhebt, wenn sie von „Student-Innen“ spricht. Rassismus ist für sie keine Meinung, sondern ein Verbrechen, und ihren Standpunkt zum islamischen Kopftuch begründet sie unter anderem mit marxistischer Religionskritik.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Trotzdem muss sich die Studentin der Philosophie und der Vergleichenden Literaturwissenschaft seit einiger Zeit den Vorwurf anhören, sie betreibe das politische Geschäft der AfD, indem sie „antimuslimischen Rassismus“ fördere. Jene, die das behaupten, nehmen für sich in Anspruch, die wahren Linken zu sein, wenn sie kopftuchtragende Musliminnen gegen vermutete Bevormundung durch Leute wie Keser in Schutz nehmen. Diesen Anspruch formulieren sie lautstark und bisweilen, wie es scheint, sogar handgreiflich: Bei der Podiumsdiskussion über die Bedeutung des Kopftuchs, die Keser als Referentin für Politische Bildung des Frankfurter Uni-Asta moderiert hatte, kam es im Saal zu einer Schlägerei.

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