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Perspektiven während Corona : Städte suchen Wege aus dem Stillstand

Einmal gurgeln, bitte: Die erste Drive-in-Station für PCR-Gurgeltests hat am Deutsche Bank Park eröffnet. Bild: Michael Braunschädel

Mehrere Kommunen wollen sich als Modellregionen bewerben. Unter strengen Auflagen möchten sie Öffnungsperspektiven für die Kultur-, Gastro- und Veranstaltungsbranche bieten.

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          So ganz hat Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) nie den Kontakt zu seiner Heimatstadt Tübingen verloren. Hier ist er zur Schule gegangen, hat zahlreiche Freundschaften geknüpft. Einige halten bis heute. Vielleicht hat Majer deshalb schon früh aufgehorcht, als ihm Bekannte erzählten, dass in Tübingen ein Modellversuch angelaufen sei, der den Bürgern auch in der Pandemie wieder zu mehr Freiheiten verhelfen soll. Wer einen negativen Corona-Test, durchgeführt in einem offiziellen Testzentrum, vorweisen kann, darf in der 90.000-Einwohner-Stadt in Restaurants einkehren, das Kino besuchen oder einkaufen. Er habe sofort zum Telefonhörer gegriffen, um sich das Modell genauer erklären zu lassen. „Ich kenne die handelnden Personen.“ Seither habe er überlegt, wie sich ein ähnliches Projekt in Frankfurt umsetzen lasse. Schnell sei klargeworden: Die Großstadt mit mehr als 70.0000 Einwohnern ist eben nicht Tübingen. Den Modellversuch eins zu eins zu übernehmen, hält Majer für unrealistisch.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
          Markus Schug
          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Stattdessen gehe es darum, sich auf eine mögliche Öffnung bestimmter Teile des öffentlichen Lebens zu konzentrieren, etwa die Gastronomie, aber auch die Kultur- und Veranstaltungsbranche. In den vergangenen Tagen hat sich Majer mit René Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, getroffen, um einen „geeigneten Weg“ für Frankfurt zu entwickeln. Ein erstes Konzept wurde am Donnerstagvormittag dem Verwaltungsstab vorgestellt. Die Pläne sollen bald an Hessens Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) weitergeleitet werden.

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