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Rembrandt im Städel-Museum : Wenn die Besucher wieder kommen können

Bereits 2011 war Rembrandt im Städel-Museum in Frankfurt zu sehen: Für die nächste Ausstellung müssen sich die Besucher bis 2021 gedulden (Archivbild). Bild: Philip Lisowski

Die Rembrandt-Ausstellung im Städel-Museum in Frankfurt wird um fast ein Jahr verschoben. Grund dafür ist der starke Besucherrückgang seit Beginn der Corona-Krise.

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          Es sollte der späte Höhepunkt des Frankfurter Kulturjahres 2020 werden. Eine Blockbuster-Ausstellung, vergleichbar mit der Van-Gogh-Schau, die mehr als 500.000 Zuschauer angelockt hat und die meistbesuchte in der Städel-Geschichte war. Die Verantwortlichen atmen heute noch tief durch, wenn sie daran denken, dass sie unmittelbar vor dem Lockdown regulär zu Ende gegangen ist. Auch alle Ausstellungshäuser wurden geschlossen. Mittlerweile sind sie wieder geöffnet, aber es gibt nach wie vor Einschränkungen. Ein Gedränge wie beim niederländischen Meister und seinen deutschen malenden Bewunderern wäre derzeit undenkbar. Und die Menschen zieht es bei weitem nicht mehr so stark in die Museen wie vor Corona. Ausländische Touristen fehlen. Viele Einheimische, gerade ältere, von denen manche erst im Ruhestand ihr Faible für Gemälde und Skulpturen entdeckt haben, fürchten sich vor dem Virus. Manche haben keine Lust, mit der Maske zur Kunst zu gehen. Schlechte Zeiten für Großveranstaltungen in Museen und Kunsthallen. Weshalb das Städel „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ um fast ein Jahr verschoben hat.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Als neuer Ausstellungsbeginn ist der 6. Oktober 2021 geplant. Bis dahin, hofft Städel-Direktor Philipp Demandt, hat sich die Pandemie-Situation entspannt. Die Rembrandt-Schau, ein „Multimillionen-Projekt“, wie er sagt, wird seit vier Jahren vorbereitet. Damit verbunden sind erhebliche Kosten für den Transport, die Versicherung und die Sicherheit der wertvollen Objekte. „Wir wollen“, sagt der Leiter von Städel, Schirn und Liebieghaus, „die Ausstellung dann machen, wenn auch die Besucher kommen können.“ Erst Mitte nächsten Jahres werde es wahrscheinlich wieder halbwegs normal zugehen in den großen Kulturinstitutionen. Daher seien auch mehrere Vorhaben in der Schirn Kunsthalle auf 2021 verlegt worden.

          Corona trifft weltweit sämtliche Sammlungen. Die Solidarität ist groß, alle haben mit der Lage zu kämpfen. So hat kein Leihgeber Werke zurückgezogen, weil die Rembrandt-Schau verschoben wurde. Schließlich wird auch vom Städel erwartet, dass es bei seinen Zusagen für Leihgaben bleibt. „Ich kriege“, berichtet Demandt, „jeden Tag einen Brief, in dem ein Kollege schreibt: Ihr habt mir doch einen Beckmann versprochen, geht das auch noch später?“ Bis vor acht Wochen habe er noch gedacht, die Rembrandt-Ausstellung werde wie geplant stattfinden. Aber die Verhältnisse, sie sind nicht so. Den Besucherrückgang beziffert Demandt auf 50 bis 60 Prozent. Immerhin kommen ein paar hundert Interessierte pro Tag ins Städel. Die Erwartungen erfüllt das nicht. Die wegen Corona verspätet eröffnete Schau „En passant“ mit expressionistischer Plastik wird, damit sie sich einigermaßen lohnt, um sechs Monate verlängert. Auch hier haben alle Leihgeber mitgezogen.

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