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Stadtverordneter wehrt sich gegen Vorwürfe : Heumann will wieder kandidieren

Der Frankfurter CDU-Mann Jochem Heumann wehrt sich gegen Vorhaltungen zu seiner wirtschaftlichen Lage und will erneut für das Stadtparlament kandidieren Bild: ddp

Kritiker werfen dem Frankfurter Stadtverordneten Jochem Heumann (CDU) vor, er verfüge nicht mehr über die notwendige wirtschaftliche Unabhängigkeit, weil er pleite sei. Heumann wehrt sich gegen die Vorhaltungen und will abermals für das Stadtparlament kandidieren.

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          Der Frankfurter Stadtverordnete Jochem Heumann (CDU) will trotz anonymer Vorhaltungen zu seiner wirtschaftlichen Lage abermals für das Stadtparlament kandidieren. Das kündigte Heumann, der stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion ist, am Freitag auf Anfrage an. Heumann ist nach eigenen Angaben schon vom Stadtbezirksverband Sachsenhausen, dessen Vorsitzender er ist, für eine Kandidatur vorgeschlagen worden. Über die Liste für die Kommunalwahl wird die Frankfurter CDU auf einem Parteitag im Herbst abstimmen, die Aufstellung liegt in den Händen von Vertretern des Arbeitnehmer- und des Mittelstandsflügels.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der 60 Jahre alte Heumann sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, die offenbar von Parteifreunden in Umlauf gebracht worden sind. Da er pleite sei, habe er nicht mehr die wirtschaftliche Unabhängigkeit, die für die Ausübung des Stadtverordnetenmandats notwendig sei. Er habe seine Fraktion zudem nicht darüber informiert, dass er die Zulassung als Rechtsanwalt verloren habe. Schon vor einigen Wochen hatte überdies eine Privatperson in einem Schreiben an das Büro der Stadtverordnetenversammlung behauptet, Heumann habe seinen Hauptwohnsitz nicht mehr in Frankfurt. Das ist laut Gemeindeordnung Voraussetzung, um gewählter Vertreter der Bürger sein zu können.

          Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten nicht neu

          Heumann bestätigte auf Anfrage, dass er nicht mehr Rechtsanwalt und Notar sei. Er sei vor zwei Jahren in finanzielle Bedrängnis geraten, die Belastungen daraus baue er seither ab. Dass er den Verlust der Zulassung der Fraktion nicht angezeigt habe, treffe zu. Dazu sei er jedoch auch nicht verpflichtet gewesen. Mittlerweile ist die Berufsbezeichnung „Rechtsanwalt“ auf der Homepage der CDU-Fraktion entfernt worden. Heumann sagt, er lebe derzeit in einem Haus an der Adlerflychtstraße und suche eine Wohnung in Sachsenhausen.

          Die Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten Heumanns sind nicht neu. Gelegentlich war auch zu hören, dass sich das Planungsausschussmitglied Immobilienunternehmen als Berater angedient habe. Bis heute haben sich diese Behauptungen nicht erhärten lassen. Nachdem in einem Zeitungsbericht dennoch öffentlich gemacht wurde, dass es Zweifel an der Unabhängigkeit Heumanns gibt, sah dieser sich zu einer Stellungnahme vor der Fraktion veranlasst. Diese ist seinen Angaben zufolge ohne Diskussion akzeptiert worden.

          Heuser: Finanzielle Situation ist Privatsache

          Helmut Heuser, der zurzeit die CDU-Fraktion führt, stellte sich auf Anfrage vor Heumann: „Wir können die Integrität, Rechte und Fähigkeit eines Kollegen nicht daran festmachen, ob er Geld hat oder nicht.“ Heumanns finanzielle Situation sei seine Privatsache. Ähnliche Stimmen sind aus der Fraktion der Grünen zu hören, die SPD hat sich bisher zu dem Fall nicht vernehmen lassen.

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