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Stadtplanung : Wohnungen und Kultur auf dem Naxos-Areal

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Die Absicht von Kämmerer Horst Hemzal (CDU), die Naxoshalle an der Grenze von Ostend und Nordend zu erwerben, ist bei den Fraktionen des Viererbündnisses auf Zustimmung gestoßen. Die Fraktionsvorsitzenden ...

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          Die Absicht von Kämmerer Horst Hemzal (CDU), die Naxoshalle an der Grenze von Ostend und Nordend zu erwerben, ist bei den Fraktionen des Viererbündnisses auf Zustimmung gestoßen. Die Fraktionsvorsitzenden Uwe Becker (CDU), Klaus Oesterling (SPD), Lutz Sikorski (Grüne) und Volker Stein (FDP) äußerten sich erleichtert, daß damit das teure Mietverhältnis mit dem bisherigen Eigentümer Josef Buchmann beendet werden könne. Die Stadt hat rund die Hälfte des Areals an der Wittelsbacherallee seit 1989 gemietet. Pläne für ein Industriemuseum zerschlugen sich. Derzeit zahlt die Stadt dafür eine indexierte Miete von derzeit rund 1,1 Millionen Euro im Jahr.

          Da beide Seiten den 2010 auslaufenden Vertrag einseitig um weitere zehn Jahre hätten verlängern können, hätten sich die Zahlungen der Stadt annähernd auf den jetzt zu zahlenden Kaufpreis von 20,5 Millionen Euro belaufen. Der von Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel ausgehandelte Kaufvertrag sieht vor, daß das 21000 Quadratmeter große Grundstück am

          1. April in das Eigentum der Stadt übergeht. Gangel hat sich ein Rücktrittsrecht für den Fall einräumen lassen, daß die Kosten für Altlastenbeseitigung einen bestimmten Betrag übersteigen sollten.

          Über die künftige Nutzung des Areals äußerten sich die Sprecher der Fraktionen noch zurückhaltend. Becker meinte, eine Mischung aus Wohnungen und einem "Ort der Kommunikation" könnte sinnvoll sein. Sikorski sagte, das Areal sei eine kleine Oase in einer Umgebung geworden, in der es an Grün fehle. Das solle auch so bleiben. Sikorski warnte davor, aus wirtschaftlichen Überlegungen eine hohe Ausnutzung vorzusehen. Dagegen befürwortete Oesterling eine Blockrandbebauung mit Wohnungen, aber auch Büros. Die denkmalgeschützte Halle solle für kulturelle Nutzungen erhalten bleiben.

          In diese Richtung gehen auch die Überlegungen von Dieter von Lüpke, Leiter des Stadtpanungsamts. Nach seinen Angaben ist die Aufstellung eines Bebauungsplans wahrscheinlich nicht nötig. Aus der homogenen Bebauung in der Umgebung ergebe sich das städtebauliche Programm fast von selbst. Es sollten vor allem Wohnungen entstehen. Die Halle mit ihrem Galeriegeschoß sei dagegen für eine Umbau mit Loftwohnungen nicht geeignet. Lüpke warb dafür, mit dem Baumbestand behutsam umzugehen.

          Das Theater von Willy Praml wird die Naxoshalle vorerst weiter nutzen können. Praml hat ein Drittel der Halle vom Unternehmer Claus Wisser angemietet, der wiederum seit dem 1. Januar für fünf Jahre Untermieter der Stadt ist. Diese Verträge gelten laut Gangel weiterhin. Praml, der die Halle seit dem Jahr 2000 nutzt, blickt mit einer gewissen Sorge auf mögliche weitere Nutzer der Halle. "Es muß gewährleistet sein, daß mein Theater funktionsfähig bleibt." Mit einer gelegentlichen Nutzung für Events könne er sich arrangieren.

          Die Hoffnungen des Freien Schauspiels, in das frühere Kantinengebäude einziehen zu können, dürften sich dagegen zerschlagen. Laut Gangel ist es nicht sinnvoll, das wertvolle Grundstück mit einer einstöckigen Bebauung zu nutzen. Den Bauantrag für das Kantinengebäude, das derzeit nicht einmal ein Dach hat, will er deshalb nicht weiterverfolgen. "Da gehört ein fünfgeschossiges Gebäude hin." Dem Freien Schauspiel werde er einen anderen Standort anbieten. (ale./emm.)

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