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Stadtentwicklung : Grüner, internationaler, bürgerlicher

Frankfurt soll für Besucher aus dem Ausland noch attraktiver werden Bild: F.A.Z. - Wonge Bergmann

„Frankfurt für alle“ lautet der Titel der Studie, mit der das Büro Albert Speer & Partner die Stadt für die Zukunft rüsten will. Sie soll konkurrenzfähig und attraktiv bleiben.

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          In zwanzig Jahren sollten die Enkel einmal auf dieses Werk schauen und sagen: „Die Oberbürgermeisterin hat im Jahr 2008 die richtigen Signale gesetzt.“ Mit diesen Worten hat Petra Roth (CDU) die Vorstellung einer von ihr angeregten Studie eingeleitet, mit der das Büro Albert Speer & Partner Frankfurt als „Global City“ für 2030 „fit“ machen möchte. „Frankfurt für alle“ lautet ihr Titel. Und dieses „alle“ wird noch einmal in fünf Gruppen differenziert, auf die zugleich die Kernthesen der Studie zugeschnitten sind: Frankfurt für Weltbürger, für Frankfurter, für Unternehmen und Institutionen, für die Umwelt und für die Region. Speer wies darauf hin, dass die im Zukunftskonzept enthaltenen Ansätze nicht neu seien: „Neu wäre, wenn das alles umgesetzt wird. Wenn es gelingt, die fünf Punkte zu bündeln, haben wir das Ziel erreicht.“

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          In einem ersten, bis Mai dauernden Schritt soll die Situation analysiert werden. Bis September werden Strategien entwickelt. Darauf aufbauend, soll bis Ende 2008 ein Handlungskonzept entstehen, das flexibel erweiterbar ist. Die Ideen sollen durchaus handfest sein: „Wir werden am Ende ganz konkrete Projektvorschläge machen und es nicht bei Schlagworten belassen“, sagte der Architekt und Stadtplaner Speer. Übergreifendes Ziel sei es, die internationale Konkurrenzfähigkeit der Stadt zu stärken, ihr Image zu verbessern und ihr Profil zu schärfen. Es gehe aber nicht um einen „städtebaulichen Masterplan“, sondern um Handlungsstrategien, die von unterschiedlichen Institutionen abgearbeitet werden sollen. „Wir wollen einen Leitfaden entwickeln“, sagte Speer.

          „Frankfurt kann weltweit als Green City wahrgenommen werden

          Noch befinde sich das Büro „mitten in der Orientierungsphase“. Teil dieser Erkundungen seien Vergleichsstudien „mit Städten, mit denen wir in Konkurrenz stehen“. Speer nannte in diesem Zusammenhang London, Zürich, Amsterdam und Singapur. Er stellte sechs Kernthesen vor. Um für „Weltbürger“ attraktiv zu sein, soll die Internationalität der Stadt betont werden. Dazu zählt Speer, sowohl kosmopolitische Lebensstile zu fördern und neue Wohnmodelle zu entwickeln, als auch die Bildungsangebote stärker zu internationalisieren. Damit nicht nur jene, die von außen kommen, sich in der Stadt wohlfühlen, soll auch auf die Bedürfnisse der Frankfurter eingegangen werden. Speer erinnerte an die Tradition als „aktive Bürgerstadt“, die sich durch ein lebendiges Stiftungswesen auszeichne. Das Potential der vielfältigen Kulturen soll genutzt werden, um „Internationalität erlebbar“ zu machen. Als dritte Zielgruppe hat Speer die „Unternehmen und Institutionen“ im Blick.

          Der internationale Wirtschaftsplatz und die „Wissenslandschaft“ sollen ausgebaut werden. Unter dem Schlagwort „Frankfurt für die Umwelt“ soll ein Gesamtkonzept für eine „Green City“ entwickelt werden. Einzelne umweltschonende Initiativen wie die Vorreiterrolle der Stadt im Passivhausbau sollten abgestimmt werden. „Unsere Aufgabe ist es, das zu bündeln“, sagte Speer. Die Stadt soll auf diese Weise eine „Führerrolle“ übernehmen, die in andere Länder ausstrahle: „Frankfurt kann weltweit als Green City wahrgenommen werden.“ Roth betonte, die Kommunalpolitik müsse sich an „Nachhaltigkeit“ orientieren. Dazu gehöre, die „hervorragenden Ideen“ zur Nutzung regenerativer Energien zu bündeln. „Frankfurt ist die Stadt der Erneuerung und des Umweltschutzes.“ Der Begriff „Green City“ sei nicht als „Kampfbegriff der vergangenen Jahrzehnte“ zu verstehen.

          Innensicht der Stadt und Außenwahrnehmung angleichen

          Die Rolle Frankfurts in der Region beschrieb Speer als „das Thema, um das wir nicht herumkommen“. Man wolle sich aber nicht die Probleme der regionalen Kooperation zu eigen machen, sondern sich um eine regionale Identität und Möglichkeiten der funktionalen Arbeitsteilung in der Region kümmern.

          Namhafte Frankfurter Unternehmen haben die Studie finanziert. Als Partner ist die Kommunikationsagentur Abold beteiligt, die zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 die Marketingkampagne „Die Welt zu Gast bei Freunden“ gestaltet und zusammen mit Speer schon in München für die Allianz-Arena geworben hat. Der Chef der Agentur, Andreas Abold, sagte, die Aufgabe für Frankfurt laute, die Innensicht der Stadt und deren Außenwahrnehmung anzugleichen. Er denke aber nicht an eine umfassende Dachkampagne, sondern wolle die Studie mit Bürgerforen oder Seminaren begleiten.

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