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Angriff mitten in Frankfurt : Staatsschutz noch ohne Spur nach Attacke auf jungen Juden

  • Aktualisiert am

Auch in Frankfurt nicht bei jedem gerne gesehen: Kippa Bild: dpa

Ein junger Mann plaudert zunächst mit zwei anderen Männern. Dann gibt er sich als Jude zu erkennen und wird unvermittelt angegangen. Nun ermittelt der Staatsschutz. Auch der Frankfurter Bürgermeister meldet sich zu Wort.

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          Nach einer Attacke auf einen jungen Juden mitten in Frankfurt ermittelt der Staatsschutz. Dies bestätigte eine Sprecherin der Frankfurter Polizei im Gespräch mit FAZ.NET. Der 20 Jahre alte Mann wurde demnach nachts um 4 Uhr in der Nähe der Hauptwache von zwei Männern angegriffen.

          „Aufgrund der Aussage des Opfers gehen wir von einer antisemitischen Attacke aus“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagabend. Der Vorfall habe sich schon am 7. September ereignet, wurde aber erst jetzt bekannt. Laut Sprecherin ermittelt der Staatsschutz immer dann, wenn ein politischer Hintergrund einer Tat vermutet wird. Hinweise zu den Täter hat die Polizei nach eigenem Bekunden noch nicht.

          Ein „halber Israeli“

          Laut Polizei wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, da es zwei Männer waren, die den 20 Jahren alten Mann, der allein war, angriffen. Der junge Jude wurde aber nicht verletzt. Das Opfer beschrieb die Täter laut Polizei als südländisch beziehungsweise arabisch.

          Zuvor hatte „Bild“ über den Vorfall vom frühen Morgen des 7. September berichtet. Zu der Attacke kam es laut „Bild“, nachdem ein zunächst freundliches Gespräch nach einem Clubbesuch in der Frage an den jungen Mann mündete, welcher Landsmann er sei und der Mann sich als „halber Israeli“ zu erkennen gab und auch bejahte, Jude zu sein.

          Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker (CDU) verurteilt den Vorfall. Sollte sich der Sachverhalt bestätigen, sei dies auch ein Angriff „auf das gesellschaftliche Miteinander“ in der Stadt. Aufgrund seiner großen jüdischen Tradition fühle sich Frankfurt besonders mit den in der Stadt lebenden Juden verbunden.

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