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Sprengstoff : Brisanter Fund in Sachsenhausen

Schnell gehandelt: Die Polizei räumte das Revier Bild: AP

Erst nach einigen Tagen gab die Finderin die Kiste bei der Polizei in Sachsenhausen ab. Fundort war ein Bauschuttcontainer. Die Beamten erkannten, dass der Inhalt der Kiste tatsächlich brisant war: drei Sprengsätze à hundert Gramm TNT samt Zünder.

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          Die Kiste lag in einem Bauschuttcontainer an der Gräfendeichstraße. Die Frau hatte sie vor einer Woche dort entdeckt, mit in ihre Wohnung genommen und geöffnet. Sie sagt, sie habe schon vermutet, dass mit dieser Kiste etwas nicht stimme, dass deren Inhalt möglicherweise „illegal“ sei. Trotzdem lagerte sie sie mehrere Tage lang in ihrem Haus, bis sie sich dann doch entschloss, den unheimlichen Fund der Polizei zu übergeben.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Sie brachte die Kiste zum 8. Revier in Sachsenhausen, sagte, sie habe da etwas gefunden, das möglicherweise eine Bombe sei. Den Beamten genügte ein kurzer Blick, um zu erkennen, dass der Inhalt tatsächlich brisant war: drei Sprengsätze à hundert Gramm TNT samt Zünder.

          Enorme Sprengkraft

          Dass das auch für die Polizei kein alltäglicher Fund ist, zeigt die Vorsicht, mit der die Beamten vorgegangen sind. Innerhalb von wenigen Minuten wurde das Revier an der Offenbacher Landstraße geräumt. Die 35 diensthabenden Beamten wurden vorübergehend in einer nahegelegenen Garage untergebracht. Zudem wurde der Streckenabschnitt zwischen Darmstädter Landstraße und Siemensstraße gesperrt. Dann wurde der Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamts gerufen, wie es in solchen Fällen üblich ist. Erst gegen 1 Uhr war klar, dass von dem Sprengsatz keine Gefahr mehr ausgeht, weil es keine Verbindung zwischen dem TNT und der aus den fünfziger Jahren stammenden Zündvorrichtung gab. Die Kiste wurde zur weiteren Untersuchung nach Wiesbaden gebracht. Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz oder das Kriegswaffenkontrollgesetz.

          Wer den Sprengstoff in den Container gelegt hatte, blieb unklar. Die Beamten gehen jedoch davon aus, dass das TNT dort nicht explodieren sollte, wie Polizeisprecher Karlheinz Wagner sagt. Offenbar habe der Besitzer es nur loswerden wollen. Darauf deute etwa der Umstand hin, dass der Sprengstoff und die Zünder geradezu achtlos in den Karton geworfen worden seien. Wäre die Ladung explodiert, wären nach Wagners Überzeugung mit großer Wahrscheinlichkeit Menschen schwer verletzt oder sogar getötet worden. Denn 300 Gramm TNT hätten eine enorme Sprengkraft. „Diesen Fall darf man sich gar nicht vorstellen.“

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