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Sperrstunde in Frankfurt : Ein weiter Weg zur „neuen Normalität“

  • -Aktualisiert am

Was dreht sich noch? Schausteller werden abermals ausgebremst von Corona-Maßnahmen. Bild: Lucas Bäuml

In Frankfurt muss die Gastronomie von Freitag an um 22 Uhr schließen. Das Virus verbreitet sich, aber hält sich nicht an die Sperrstunde. Die Maßnahme ist lediglich ein Appell an die Vernunft im Alltagsleben.

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          Es mutet absurd an: Am einen Ende der Stadt verkündet Oberbürgermeister Peter Feldmann neue Corona-Regeln. Von Freitag an gilt in Frankfurt eine Sperrstunde von 22 Uhr an für die Gastronomie. Am Römer, auf der Zeil und der Fressgass’ bauen derweil Schausteller für „Herbst in der Stadt“ Fahrgeschäfte und Bratwurstbuden auf. Sie wollten von Donnerstag an endlich wieder etwas Geld verdienen. Zumindest die Eröffnung ist nun erst einmal wieder verschoben. Abermals sind die Schausteller Leidtragende der Corona-Pandemie, nachdem schon ihre Hoffnung auf eine abgespeckte Dippemess’ zerstört wurde von den schon im August stark steigenden Zahlen in Offenbach.

          Am Montag noch hatte Stadtrat Markus Frank für einen mutigen Kurs der Stadt geworben, als er die Schausteller bei einem Pressetermin am Römer begrüßte. Der als Wirtschaftsdezernent für das Wohlergehen der Betriebe zuständige CDU-Politiker steht auch als der für die Schwimmbäder verantwortliche Sportdezernent für eine Annäherung an die „neue Normalität“. Deshalb hält Frankfurt alle Hallenbäder offen, selbst in der Sauna ist ein Besuch ohne Maskenpflicht möglich.

          Das Unberechenbare bleiben die Menschen 

          Bei all diesen Unterfangen strebt die Stadt nach dem Möglichen, ohne die Gefahren auszublenden. Bestätigt fühlt sich Frank in diesem Kurs von der äußerst positiv verlaufenen Saison in den Freibädern, die ohne Corona-Zwischenfälle endete. Der Sommer profitierte dabei nicht nur vom guten Wetter. Die Badegäste verhielten sich vernünftig. Ähnlich diszipliniert handelten offenbar auch die Besucher der Heimspiele der Eintracht.

          Das Unberechenbare aber bleiben die Menschen in anderen Teilen des Alltagslebens. Angesichts der aktuellen Zahlen wird es der Stadt schwer fallen, wie erhofft schon am Sonntag in einer Woche wieder auf ihren Kurs der „neuen Normalität“ zurückzukehren. Die nun ausgegebenen Regeln sind nichts anderes als ein Appell an die Vernunft. Das Virus wird sich von der Sperrstunde in den Gaststätten nicht davon abhalten lassen, sich schon vor 22 Uhr zu verbreiten.

          Die einzige Chance gegen einen weiteren dramatischen Anstieg der Infektionszahlen ohne noch gravierendere Einschnitte bis hin zu einem zweiten Lockdown ist das verantwortungsbewusste Handeln jedes Einzelnen. Nur dann sind ein Volksfest in der Frankfurter Innenstadt und bald darauf ein Weihnachtsmarkt denkbar.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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