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„F.A.Z-Leser helfen“ : Blick ins Licht des Lebens

Stillhalten: Für die Augenuntersuchung bei Frühgeborenen sollen Ärzte in Paraguay geschult werden. Bild: Frank Röth

Jeder Euro hilft: Die Aktion „F.A.Z-Leser helfen“ sammelt in diesem Jahr für Frühgeborene in Paraguay und Eltern in Südhessen, die mit einem schweren Schicksal zu kämpfen haben.

          Blindheit ist kein Schicksal. Durch eine kurze Untersuchung, gegebenenfalls durch eine medikamentöse Behandlung oder eine vergleichsweise simple Operation lässt sich eine lebenslange Behinderung in den allermeisten Fällen vermeiden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es eine grundlegende augenärztliche Versorgung gibt. An ihr fehlt es in weiten Teilen von Paraguay. Besonders dramatisch sind die Folgen für die Kleinsten in dem südamerikanischen Land. Denn zu früh geborene Kinder haben ein hohes Risiko für Fehlbildungen an den Augen. Im schlimmsten Fall kann es zur Netzhautablösung und damit zur Blindheit kommen.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ingrid Karb

          Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Etwas gegen die Retinopathie bei Frühgeborenen zu unternehmen ist ein Ziel der diesjährigen Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“. Dafür arbeitet diese Zeitung mit der in Bensheim ansässigen Christoffel-Blindenmission zusammen. Die Hilfsorganisation will dafür sorgen, dass Frühgeborene in Paraguay – so, wie es in Deutschland Standard ist – augenärztlich untersucht und behandelt werden. Entscheidend ist dabei, dass der erste Test noch im Krankenhaus stattfindet. Denn wenn die jungen Familien erst einmal nach Hause entlassen sind, gibt es im dünnbesiedelten Paraguay meist keine medizinische Versorgung mehr. Den Eltern fällt die Sehbehinderung des Kindes erst auf, wenn es zu spät ist.

          Fortbildung für das Personal

          Mit den Spenden der F.A.Z.-Leser soll das Personal in den Kliniken so fortgebildet werden, dass es die Frühgeborenen-Retinopathie erkennen und behandeln kann. Auch die in den Kinder-Intensivstationen dafür benötigten Geräte und Materialien sollen angeschafft werden. Darum kümmert sich in Paraguay ein langjähriger, kompetenter Partner der Christoffel-Blindenmission: die Fundación Visión. Die Stiftung sorgt auch dafür, dass die Ärzte und Kinderkrankenschwestern den Eltern die Bedeutung der Behandlung klarmachen. Denn ohne deren Bereitschaft, Hunderte Kilometer über Sandpisten zurückzulegen, um einen Termin für eine Nachuntersuchung wahrzunehmen, könnte alle Mühe vergebens gewesen sein.

          In Südhessen ist das Gesundheitswesen zwar wesentlich besser aufgestellt als in Südamerika. Die gesundheitliche Versorgung von Kindern beginnt hier schon vor der Geburt mit vielen Vorsorgeuntersuchungen im Mutterleib. Doch es sind nicht immer frohe Botschaften, die die Ärzte den werdenden Eltern mitteilen. Manchmal fällt in der pränatalen Diagnostik ein Chromosomenfehler oder eine schwerwiegende Fehlbildung bei dem Ungeborenen auf, die ein Überleben unwahrscheinlich macht. Bei stark lebensverkürzenden Erkrankungen empfehlen Perinatalmediziner den Frauen meist einen Schwangerschaftsabbruch, wollen sie doch den Eltern seelisches und dem Kind physisches Leid ersparen. Doch das kommt für einige Eltern nicht in Frage. Aus religiösen oder ethischen Gründen wollen sie der Natur ihren Lauf lassen.

          Im eigenen Zuhause Abschied nehmen

          Diese Eltern will das Kinder-Palliativ-Team Südhessen mit Sitz in Frankfurt unterstützen. Die Kinderärztin Sabine Becker und der Sozialarbeiter und Fachpfleger Holger Fiedler beraten Mutter und Vater nach einer derartigen Diagnose. Sie besprechen mit ihnen auch, welche Möglichkeit es außer dem Abbruch noch gibt. Was passiert, wenn die Mutter das Kind austrägt? Worauf müssen sich die Eltern einstellen?

          Die Frauen äußerten oft den Wunsch, das Baby wenigstens einmal auf dem Bauch liegen zu haben, berichtet Becker. Auch wollten die Eltern ihr Kind, sollte es die Geburt überleben, trotz seiner schweren Behinderung mit nach Hause nehmen. Statt in der sterilen Krankenhausatmosphäre wollen sie sich im eigenen Heim in Ruhe von ihm verabschieden. Hierbei hilft ihnen das Palliativteam, indem es sicherstellt, dass das Kleine gut versorgt wird und nicht unnötig leiden muss.

          Hilfe für das Palliativteam

          Gemeinsam mit Eltern, Frauenärzten und Hebammen wird schon vor der Geburt besprochen, was danach geschehen soll. Manchmal muss zum Beispiel ein Beatmungsgerät bereitstehen. Oder es wird ein Bestattungsinstitut gesucht für den Fall, dass das Kind nicht überlebt. Die Krankenkassen übernehmen zwar die Kosten für die Palliativbehandlung des Babys. Doch für die pränatale Beratung und die Versorgungsplanung sowie die Nachbetreuung der Eltern kommen sie nicht auf. Das geschieht ehrenamtlich oder wird aus Spenden finanziert.

          Die Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ will das Palliativteam hierbei unterstützen. Es sollen nicht nur Kosten für die Betreuung der Eltern, sondern auch für den Auf- und Ausbau der nötigen Infrastruktur übernommen werden, also für den Druck von Prospekten, für Schulungen und Weiterbildungen und für Sprechstunden in Geburtskliniken. Ein erstes Forum zur perinatalen Hospiz- und Palliativversorgung findet schon am Mittwochnachmittag im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt statt.

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“

          Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Frankfurter Allgemeine/ Rhein-Main-Zeitung bitten um Spenden für das Kinder-Palliativ-Team Südhessen, um Eltern zu unterstützen, die ein Kind mit lebensverkürzender Behinderung erwarten, und ein Projekt der Christoffel-Blindenmission in Paraguay, mit dem verhindert werden soll, dass Frühgeborene erblinden. Spenden für das Projekt „F.A.Z.- Leser helfen“ bitte auf die Konten: 

          Bei der Frankfurter Volksbank IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11  BIC: FFVBDEFF

          Bei der Frankfurter Sparkasse IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00  BIC: HELADEF1822

          Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Sofern die vollständige Adresse angegeben ist, kann eine Spendenquittung zugeschickt werden. Die Namen der Spender werden auf Wunsch in der Zeitung veröffentlicht. Bitte geben Sie bei der Überweisung im Verwendungszweck an, ob wir Ihren Namen veröffentlichen dürfen.

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