SPD will Bürger zu künftiger Altstadt-Bebauung befragen
Die Entscheidung über Frankfurts neue Mitte, also die künftigen Bauten auf dem Areal des Technischen Rathauses, sollen nach dem Willen der SPD die Frankfurter Bürger fällen. Die sozialdemokratische Fraktion spricht sich deshalb für einen Bürgerentscheid aus, der am Ende der Debatte über die Bebauung dieses zentralen Grundstücks am Römerberg stehen soll.
Wie berichtet, ist der Architekturwettbewerb entschieden, Sieger wurde das Büro KSP Engel und Zimmermann, dessen Entwurf mit allen anderen Entwürfen jetzt im Historischen Museum der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) hat jedoch sofort klargestellt, daß der KSP-Entwurf zwar die Grundlage der Gestaltung bilde, aber in seiner jetzigen Form nicht verwirklicht werde. Schon jetzt haben CDU, Grüne und FDP Spitzdächer anstatt der vorgesehenen Flachdächer verlangt.
Die SPD rät jetzt zu einer öffentlichen Debatte ohne Zeitdruck. Mit der Entscheidung über eine Nachfolgebebauung des zum Abriß anstehenden Technischen Rathauses lege man das Gesicht des historischen Altstadtkerns für die nächsten Jahrzehnte unverrückbar fest, argumentierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling. "Einen Mißgriff, wie so oft in der Vergangenheit, sollten wir uns dabei nicht noch einmal leisten." Mit Mißgriff meint Oesterling offenbar das Technische Rathaus, das quer durch alle Parteien mittlerweile als architektonische Sünde und Verschandelung des Stadtzentrums betrachtet wird. Vielen Politikern und Bürgern gilt aber auch das Historische Museum mit seiner "brutalen Betonarchitektur" als völlig mißlungen.
Die Sozialdemokraten rechnen damit, daß die Meinungen in der Bürgerschaft über die Nachfolgebauten für das Technische Rathaus stark auseinandergehen und die Frage mit hohen Emotionen verbunden ist. Deshalb schlagen sie vor, zwei oder drei konkurrierende Grundmodelle mit einerseits historischer beziehungsweise historisierender und andererseits moderner Bebauung herauszuarbeiten und anschließend die Bürger über die Gestaltung abstimmen zu lassen. In anderen Städten habe sich in der Vergangenheit ein solches Verfahren durchaus bewährt. (rieb.)