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Spanische Grippe : Der Hunger bremste das Virus

  • -Aktualisiert am

Vor verschlossenem Schaufenster: Aufgrund des Personalausfalls konnten viele Geschäfte nicht mehr öffnen. Bild: Stadt Frankfurt am Main

Die Spanische Grippe suchte vor gut 100 Jahren auch Frankfurt heim. Es gab weniger Tote als anderswo – obwohl es den Menschen im Krieg schlechtging.

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          Die Straßenbahn hat das tödliche Virus ins Frankfurter Zentrum gebracht. Die ersten Grippefälle waren im Oktober 1918 in Niederrad aufgetreten. Von dort trugen Bewohner die Spanische Grippe, die innerhalb kurzer Zeit die ganze Welt überrollen und Abermillionen von Toten fordern sollte, in die Innenstadt und die anderen Stadtteile. Weil in diesem letzten Kriegsjahr für den Privatverkehr keine Taxis und Droschken mehr zur Verfügung standen, nutzten viele Erkrankte, die sich in einem Hospital untersuchen lassen wollten, die Trambahn, die noch eingeschränkt fuhr. Sie sei der schlimmste „Bazillen-Zwischenträger“ gewesen, wird es später heißen.

          Von einem Virus war damals noch nicht die Rede. Die Mediziner sprachen zwar von einer Grippe, führten sie aber auf das sogenannte Pfeiffer-Bakterium zurück, das man im Stuhl mancher Erkrankter fand. Wegen seiner gegenüber Bakterien geringen Größe konnten die Wissenschaftler H1N1, so der spätere Name des Virus, mit ihren damaligen Mikroskopen nicht entdecken. Erst Anfang der dreißiger Jahre wurden Influenzaviren erstmals identifiziert. Es dauerte allerdings bis in die vierziger Jahre, ehe erste Impfstoffe entwickelt waren.

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