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F.A.Z.-Leser helfen : Verrücktes aus dem „Erfinderschuppen“

  • -Aktualisiert am

Engagiert: Lena Hach liest für die „Sonntagsgeschichten“ Bild: Privat

Lena Hach eröffnet die neue Saison der „Sonntagsgeschichten“. Diesmal wird nicht nur gelesen, sondern auch experimentiert. Eine Lesung nicht nur für Kinder – für F.A.Z.-Leser helfen.

          3 Min.

          Was ein Limonaden-Sprudler ist, wisst ihr bestimmt! Aber wisst ihr auch, was ein Looping-Dreher ist, ein Turbo-Dünger oder ein Hitzefrei-Regler? Diese tollen Erfindungen machen Tilda, Walter und Fred in ihrem Erfinderschuppen im Garten. Und die verrückten Ideen dazu stammen von der Kinderbuchautorin Lena Hach.

          13 Bücher hat Lena Hach bisher veröffentlicht. Am bekanntesten ist ihre „Erfinderschuppen“-Reihe für Kinder von sieben Jahren an, und das ist nicht verwunderlich. Denn diese Bücher sind rasant und witzig geschrieben. Gerade ist der fünfte Band erschienen, in dem Tilda, Walter und Fred das „Ruckzuck-Weg-Spray“ erfinden. Denn Walter muss vor seinen superstrengen Eltern gerettet werden. Er hat sich das Hemd versaut und ein Fleckenspray muss her. Also bauen die drei wieder mal ein kleines Labor im Erfinderschuppen auf und mischen alles Mögliche wie verrückt. Was am Ende dabei herauskommt, ist zwar nicht das Fleckenspray, aber etwas total Geniales. Denn nicht nur fiese Flecken lassen sich mit diesem Spray in Luft auflösen, sondern auch ganz andere Dinge. Ruckzuck!

          Reale Erfindungen, coole Geschichten

          Der Anstoß zu diesen spritzigen Büchern kam vom Mixtvision-Verlag, der ursprünglich reale Erfinder-Geschichten bei der Autorin bestellte. Aber schnell stellte sich heraus, dass reale Erfindungen sich nicht gut in coole Geschichten verpacken lassen. So durfte Lena Hach dann doch ordentlich herumphantasieren, wodurch diese schrägen Geschichten mit ihren schlauen Helden und den leichten Fantasy-Elementen höchst erfolgreich wurden.

          Als Kind war Lena Hach selbst eine begeisterte Leserin. Ihre Lieblingsautoren waren Christine Nöstlinger, Michael Ende, Otfried Preußler und Kirsten Boie. Auch die Tagebücher mit Berts komischen Katastrophen von Anders Jacobsson und Sören Olsson hat sie geliebt. Eine gewisse Ähnlichkeit zu ihren eigenen Büchern ist da bestimmt kein Zufall. Schon im Grundschulalter fing Lena Hach auch selbst an zu schreiben, seitdem hat sie nicht mehr damit aufgehört. Nicht nur 13 Bücher sind im Laufe der Jahre entstanden, sondern auch drei Theaterstücke und eine Menge kleiner Hörspiele. Das Schreiben gehört zu ihrem Leben wie das Essen und Trinken, wie ihr Mann und ihre beiden Kinder. Aufgewachsen ist Lena Hach, die 1982 in Südhessen geboren wurde, in einem kleinen Dorf im Odenwald. Es war eine idyllische Kindheit mit vielen Freiheiten, mit Spielen in Wald und Feld und einer richtigen Gang aus Nachbarskindern. „Ein bisschen wie Bullerbü“, sagt sie, ein bisschen auch wie das freie Leben der drei Kinder im „Erfinderschuppen“, wo keine überfürsorglichen Eltern die heimlichen Experimente der Kinder überwachen.

          Engelein, flieg´: „Der Looping-Dreher“ von Lena Hach und Daniela Kulot

          Heute wohnt Hach in Berlin-Schmargendorf, einem Stadtteil, der noch wie eine Kleinstadt wirkt, in einem Haus mit Garten. Sie schreibt täglich drei bis vier Stunden, entweder in einer Art Atelier, wo Programmierer, Übersetzer, Journalisten und Autoren nebeneinander arbeiten und ihre Ideen austauschen. Oder – bei schönem Wetter – zu Hause in ihrem Arbeitszimmer. Da hängen über ihrem Schreibtisch Bilder der Kinderbuch-Illustratorinnen Jutta Bauer und Nadia Budde und ein Bild ihres Sohnes. Wenn sie dann ihre Kinder aus dem Kindergarten abholt, unternimmt sie etwas mit ihnen, geht auf den Spielplatz, ins Kindertheater, in Museen oder in eine Ökowerkstatt.

          Ein Jahr in einer Clownschule

          Eine ganz besondere Erfahrung hat Lena Hach fast allen Kinderbuchautoren voraus: Weil sie nach dem Abitur nicht wusste, was sie studieren sollte, ging sie für ein Jahr auf eine Clownschule. Dort probte sie mit Menschen ganz verschiedenen Alters und lernte auf der Bühne zu stehen, zu improvisieren, schlagfertig zu reagieren und – wie gute Clowns – Leichtes mit Schwierigem und Lustiges mit Traurigem zu verbinden. Außerdem wurde ihr, weil sie recht schüchtern war, klar, dass sie lieber selbst Geschichten schreiben als Geschichten anderer Autoren aufführen wollte. Einer ihrer schönsten Aufträge kam übrigens von der ARD: Lena Hach durfte das Krimi-Hörspiel für die deutschlandweite „sportliche ARD-Kinderradionacht“ am 29. November dieses Jahres schreiben.

          Wenn Lena Hach mal nicht schreibt oder unterwegs ist, backt sie gerne, geht zum Tanzen und oder spielt Improvisationstheater. An Einfällen für Bücher fehlt es ihr nie, ihr Ziel ist es, zu zeigen, wie unterschiedlich Kinder aufwachsen, und ganz beiläufig für Toleranz zu werben. Besonders freut sie sich über den Kontakt zu ihren kleinen Lesern. Ein Junge schrieb ihr einmal, dass er Lesen „eigentlich scheiße“ finde, ihre Bücher aber toll seien. Und eine kleine Legasthenikerin schrieb, dass ihr Lesen und Schreiben schwerfielen, der „Erfinderschuppen“ ihr aber trotzdem einen Riesenspaß bereitet habe. Schönere Komplimente kann man sich kaum vorstellen.

          Ähnliches werden am nächsten Sonntag nach der Lesung zugunsten der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ bestimmt viele Kinder sagen. Auch darum, weil Lena Hach ein echtes Erfinder-Experiment aufbauen wird (siehe Kasten).

          Sonntagsgeschichten: Mit „Limonadensprudler“

          Am nächsten Sonntag, 20. Oktober, beginnt eine neue Reihe von Autorenlesungen für Kinder, und Lena Hach  macht den Anfang, mit Auszügen aus ihrem Buch „Der Limonaden-Sprudler“. Hach liest im Redaktionsgebäude der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Hellerhofstraße 9, 60327 Frankfurt. Die Lesung beginnt um 16 Uhr, Einlass ist von 15.30 Uhr an. Der Eintritt von fünf Euro je Person kommt ganz der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ zugute, die Autoren lesen ohne Honorar. Vor und nach der Lesung gibt es Limonade und Kekse. Im Anschluss wird Lena Hach ihre Bücher signieren. Kartenbestellungen sind nur unter der Adresse veranstaltungen.faz.net im Internet möglich. Fragen beantwortet Frau Mayer-Simon telefonisch unter 0 69/75 91-12 51. Nach Lena Hach tritt bei den Sonntagsgeschichten als Nächster am Sonntag, 3. November, Jörg Mühle an. Er liest aus seinem Buch „Viele Grüße, Deine Giraffe“. Die Erlöse aus dem Spendenprojekt „F.A.Z.-Leser helfen“ kommen in diesem Jahr einem afrikanischen Hilfsprojekt der Christoffel-Blindenmission mit Sitz in Bensheim zugute. In der Kikuyu-Augenklinik in der Nähe der kenianischen Hauptstadt Nairobi, die von der Blindenmission unterstützt wird, werden jährlich mehr als 70 000 Patienten untersucht und mehr als 6000 Augenoperationen vorgenommen, davon knapp 3000 an Kindern. Spenden bitte auf die Konten: Bei der Frankfurter Volksbank IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11 Bei der Frankfurter Sparkasse IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00 Sofern die vollständige Adresse angegeben ist, kann eine Spendenquittung zugeschickt werden. Spenden können steuerlich abgesetzt werden.

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