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Sicherheit und „Smart Home“ : Alexa mit „Delphin-Attacken“ unbemerkt kontrollieren

  • -Aktualisiert am

Sicherheitsmann: Ahmad-Reza Sadeghi vom Institut Cybersecurity der Technischen Universität Darmstadt Bild: dpa

Mit Sprachrobotern und Überwachungskameras kennt sich Ahmad-Reza Sadeghi bestens aus. Und er weiß auch um Risiken der Datensammelei von Herstellern und um Sicherheitsfragen rund um das digitalisierte Heim.

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          Ahmad-Reza Sadeghi hat in fast jedem Zimmer einen Sprachassistenten, Kameras überall im Haus, vier verschiedene Saugroboter und vieles mehr. Nicht aus Sammelwut und auch nicht aus Bequemlichkeit hat er sie angeschafft, sondern zum Wohl der Wissenschaft. Der Professor der TU Darmstadt erforscht die Sicherheit von digitalen Helfern – im Labor und eben zuhause. Im Gespräch mit F.A.Z.-Redakteur Sascha Zoske erzählte er am Mittwochabend von erschrockenen Briefträgern, Thermostaten als Risiko für Glücksspieler und Mährobotern, die man lieb hat wie Haustiere. Die Veranstaltung gehörte zur Reihe „Wissenschaft im Dialog“, die von der Polytechnischen Gesellschaft, der Historischen Villa Metzler gGmbH und der F.A.Z. organisiert wird.

          Im durchschnittlichen deutschen Haushalt gebe es drei bis fünf smarte Geräte, schätzt Sadeghi. Diese Zahl werde schnell steigen: „In fast jedem Haus in der westlichen Welt wird man zehn smarte Geräte haben.“ Das bereitet manchem Sorge, denn schon jetzt nutzen Verbrecher Sicherheitslücken in den Systemen. „Alle Technologien haben ihre Schwächen“, sagt Sadeghi. Man könne zum Beispiel Sprachassistenten wie Alexa mit „Delphin-Attacken“ unbemerkt kontrollieren. Dabei werden Nachrichten in Unterschallfrequenz an das Gerät gesendet, ohne dass ein menschliches Ohr dies bemerken könnte. Eine andere Möglichkeit sei es, von außen ins Kommunikationsprotokoll des Hauses zu gelangen, oder man bringe ein schon vorher manipuliertes Gerät ins Haus. „Das kann viel Unsinn starten“, warnt der IT-Experte.

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