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: Serie von Brandanschlägen in der Nordweststadt hält an

  • Aktualisiert am

Die Serie von Brandanschlägen auf Autos im Nordwesten der Stadt reißt nicht ab. Seit Beginn des Jahres sind in einem Umkreis von etwa einem Kilometer um das Nordwestzentrum 21 Autos in Brand gesetzt und weitere sieben durch übergreifende Flammen beschädigt worden.

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          Die Serie von Brandanschlägen auf Autos im Nordwesten der Stadt reißt nicht ab. Seit Beginn des Jahres sind in einem Umkreis von etwa einem Kilometer um das Nordwestzentrum 21 Autos in Brand gesetzt und weitere sieben durch übergreifende Flammen beschädigt worden. Polizeisprecher Manfred Füllhardt schätzt den Gesamtschaden auf inzwischen 250000 Euro. Und obwohl die Sicherheitskräfte seit Monaten intensiv fahnden und eine Belohnung in Höhe von 10000 Euro ausgesetzt ist, gibt es bisher nicht einmal einen vagen Hinweis auf den oder die Täter.

          Wenn man berücksichtige, daß die Bevölkerung in dem Gebiet alarmiert sei, die Polizei immer wieder um erhöhte Aufmerksamkeit bitte und rund um das Nordwestzentrum nachts verstärkt uniformierte Polizisten sowie Beamte in Zivil im Einsatz seien, sei es erstaunlich, daß es bisher keinerlei verwertbare Informationen über den Täter gebe, räumt Füllhardt ein. Der Mann, wenn es denn einer sei, schlage dort zu, wo er unbeobachtet vorgehen und sich dann schnell zurückziehen könne: in Carports, an Hausecken oder in der Nähe von Grünanlagen. Unter den zerstörten Autos seien Vans, Limousinen, Kleinwagen und Cabriolets; auch bei den Fahrzeugtypen lasse der Gesuchte keine Vorlieben erkennen.

          Lediglich die Vorgehensweise sei stets die gleiche: Der Brandstifter schüttet Benzin oder Terpentin in die Kühlerschlitze der Motorhauben oder in die Radkästen und zündet die Flüssigkeit dann an. Bis die Flammen auflodern, hat der Täter genug Zeit, um zu verschwinden. Fest steht für die Ermittler zudem, daß der Brandstifter einen Bezug zur Nordweststadt hat. "Entweder lebt er selbst dort, hat in dem Viertel seinen Arbeitsplatz oder eine Freundin", meint Füllhardt. Alle Taten konzentrierten sich auf den Bereich Gerhart-Hauptmann-Ring und Paul-Kornfeld-Weg.

          In der Nacht zum vergangenen Donnerstag war am Gerhart-Hauptmann-Ring vor der Hausnummer 96 wieder ein Personenwagen in Flammen aufgegangen und völlig ausgebrannt; den Schaden beziffert die Polizei auf 10000 Euro. Bemerkt wurde das Feuer gegen 1.45 Uhr von Beamten, die in dem Gebiet auf Streife waren. Die sofort eingeleitete Fahndung nach dem Täter, bei der auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde, blieb jedoch abermals ohne Erfolg. Daß bei den Anschlägen bisher niemand verletzt wurde, ist laut Füllhardt Zufall. Einmal habe ein Auto in einer Garage direkt neben einer gefüllten Gasflasche gebrannt, ein anderes Mal sei ein Wagen unmittelbar neben einem Wohnhaus in Flammen aufgegangen.

          Mehrere Jugendliche, die im Frühjahr festgenommen worden waren, weil sie in der Nordweststadt und in Niederursel zahlreiche Mülltonnen angezündet hatten, kommen nach Angaben von Füllhardt für die Anschläge auf die Autos nicht als Täter in Frage. Was das Motiv des Brandstifters angehe, könne er nur spekulieren, sagt der Polizeisprecher. Vor eineinhalb Jahren etwa, so erinnert sich Füllhardt, sei in Höchst ein Mann gefaßt worden, der sechs Autos angezündet habe. Als Motiv habe der Festgenommene damals "Langeweile" angegeben. (ler.)

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