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Schwerwiegender Verdacht : Bedrohten Polizisten Anwältin?

Zwei Polizeibeamte laufen auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt am Main Streife. Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen fünf Frankfurter Polizeibeamte wegen rechtsextremer Umtriebe. Dabei geht es nicht nur um Volksverhetzung, sondern auch um eine Morddrohung.

          Die Ermittlungen gegen fünf Frankfurter Polizisten wegen Volksverhetzung stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit Drohungen gegen eine Anwältin. Diese Drohungen beschäftigen die Ermittler seit mehreren Monaten und waren überhaupt erst der Anlass dafür, dass die Polizei auf das rechte Netzwerk innerhalb ihrer Behörde aufmerksam wurde. Die türkeistämmige Frankfurter Anwältin, deren Familie in anonymen Briefen mit dem Tode bedroht wurde, hatte im NSU-Prozess eine der Opferfamilien vertreten. Zudem vertrat sie den Frankfurter Haykel S., den die Behörden als Gefährder eingestuft hatten.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aus Ermittlerkreisen war bereits vor anderthalb Wochen zu hören, dass es sich bei den Drohungen gegen die Strafverteidigerin „um ein äußerst sensibles Verfahren mit möglicherweise größerer Dimension“ handele. Gegenüber dieser Zeitung wurde damals die Sorge geäußert, dass eine frühzeitige Veröffentlichung des Falls die Ermittlungen maßgeblich gefährden könne. Darauf hatte auch die Staatsanwaltschaft hingewiesen. Berichtet über die Drohungen hatte schließlich die „Frankfurter Neue Presse“ in ihrer jüngsten Ausgabe vom Samstag.

          Entscheidende Verbindung zwischen den fünf Polizisten und den Drohungen war dem Vernehmen nach eine Beamtin, zu der die Spur geführt hatte, weil von ihrem Computer aus ohne ersichtlichen Grund eine Abfrage erfolgt war, unter anderem nach der nicht öffentlichen Adresse der Anwältin. Als der Staatsschutz begann, im Umfeld der Polizistin zu ermitteln, und auch ihre Handydaten auswertete, stieß er auf die Chat-Gruppe, welche die Polizistin mit Kollegen des 1. Reviers in Frankfurt offenbar ausschließlich zum Austausch rechtsextremen Gedankenguts eingerichtet hatte. Ob weitere Beamte zu dem Netzwerk gehören, wird derzeit geklärt.

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