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Biblis-Müll nach Büttelborn : Widerstand nachvollziehbar

Plakativer Protest gegen Biblis-Müll Bild: dpa

Dass das Atomkraftwerk Biblis niedergelegt und jede Menge Schutt anfallen würde, war klar. Für eine verträgliche Entsorgung wurde aber offenbar zu wenig getan.

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          Natürlich kann man die Menschen im Kreis Groß-Gerau darauf hinweisen, dass der Bauschutt des Kernkraftwerks Biblis, der auf die Büttelborner Deponie gebracht werden soll, eine Strahlung von maximal zehn Mikrosievert aufweist und damit als ungefährlich eingestuft wird. Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) tut das jedenfalls. Dass diese Argumentation die Betroffenen nicht überzeugt, sollte der Ministerin spätestens mit dem einstimmigen Beschluss des Groß-Gerauer Kreistags gegen eine solche Entsorgung klar geworden sein.

          Einmal abgesehen davon, dass das etwa der BUND unter Berufung auf Gutachten anders beurteilt, ist es vor allem nicht nachvollziehbar, dass seit zehn Jahren nichts zur Lösung des Problems erreicht wurde. Denn seit 2012 ist bekannt, dass Betreiber RWE das Kernkraftwerk vom Netz nehmen und stilllegen würde. RWE hatte sich für einen Abriss entschieden und dagegen, das Kraftwerk „sicher eingeschlossen“ stehen zu lassen. Damit war klar, dass Schutt der Sorte anfallen würde, der nun in Büttelborn entsorgt werden soll. Es war mehr als eine Dekade Zeit, das Problem politisch zu lösen. Und seit 2014 war es auch Sache der damals neu ins Amt gekommenen Umweltministerin Hinz, eine verträgliche Lösung erarbeiten zu lassen. Die Auskunft vom Januar dieses Jahres, dass mehr als 200 Deponien in ganz Deutschland angefragt wurden, aber partout keine Atomkraftwerksschutt aus Hessen zur Entsorgung habe annehmen wollen, klingt nicht nur angesichts der Zeitspanne dürftig.

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