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Schummeln beim Abi : Erst die Uhr ausziehen, dann die Prüfung ablegen

  • -Aktualisiert am

Alles geben: In der Abiturprüfung lohne sich Spicken nicht, sagen hessische Schüler. Zu viel stehe auf dem Spiel. Bild: dpa

Kopfhörer, Smartwatches, Handys: Spicken im Abi ist durch technische Alltagshelfer einfacher denn je. Die Behörden kommen mit der Prävention kaum hinterher. Aber lohnt sich das Schummeln?

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          Vor dem Gymnasium im Frankfurter Westend steht eine aufgekratzte Schülergruppe. Die Abiturienten haben gerade ihre Prüfungen in Deutsch, Politik und Geschichte geschrieben. Einer von ihnen gibt unumwunden zu, gespickt zu haben. „Ich hatte mein Handy in der Unterhose.“ Auf der Toilette habe er schnell etwas im Internet nachgeschaut, das sei schon hilfreich gewesen. Ein, zwei Noten besser könne seine Klausur dadurch allemal werden, sagt der Schüler. Allerdings ist er auch ein gehöriges Risiko eingegangen. Wer in den schriftlichen Abiturprüfungen, die an den hessischen Schulen derzeit noch stattfinden, bei einem Betrugsversuch erwischt wird, der muss das letzte Schuljahr wiederholen.

          Die Mitschüler sind vom Bekenntnis des Schummlers nicht überrascht. „Spicken ist auf jeden Fall möglich“, sagt ein Abiturient, der gerade seine Klausur im Leistungskurs Politik und Wirtschaft hinter sich gebracht hat. „Es lohnt sich aber nicht.“ Nach zwölf oder dreizehn Jahren Schule sei das Risiko einfach zu hoch, um alles auf eine Karte zu setzen. Da könne man auch einfach ordentlich für die Klausuren lernen. Die umstehenden Abiturienten bestätigen das. Spicken, sagen sie alle, sei nicht so schwierig – auch ohne technische Hilfsmittel. Man könne sich einfach etwas auf die Beine schreiben oder Zettel in der Toilette verstecken, bei beidem werde man nicht erwischt. Trotzdem beteuern sie, selbst nicht zu schummeln. „Ich glaube nicht, dass das so viele machen“, sagt einer der Schüler. Die Angst schrecke ab, außerdem seien die Arbeiten so konzipiert, dass Spicken sich kaum lohne. Nach Möglichkeit würden Transferleistungen verlangt.

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